Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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hatte Morvan, als er vom Walde her das bretagniſche Lied ſingen hörte.

Graubart, welcher gewöhnlich, wenigſtens dem Anſcheine nach, ſo ruhig und gleichgiltig war, lächelte.

Das iſt Jeanne, die nun zurückkömmt, ſagte er freudig.

Faſt in demſelben Augenblick zeigte ſich auf der Schwelle der offen gebliebenen Thüre eine eben ſo ſeltſame als reizende Erſcheinung. Es war ein junges Mädchen von ungefähr ſieb⸗ zehn Jahren; ſie trug einen kurzen Rock von hellblauer Farbe, einen breiten Strohhut, feine bis zum Fußknöchel geſchnürte Stiefelchen; in der linken Hand hielt ſie einen großen Blumen⸗ ſtrauß, in der rechten einen reich damaszirten Karabiner von ſpa⸗ niſcher Arbeit. An einem hellrothen Gürtel aus chineſiſchem Krepon hatte ſie eine Pulverbüchſe.

Man kann ſich nichts köſtlicher Originelles und Zartes denken als ihr Geſicht; ihre großen ſchwarzen Augen ſtanden mit dem üppigen blonden, goldig ſchimmernden Haare in glück lichem Gegenſatz; ihr mit ſeltener Vollendung gezeichneter Mund hatte den Ausdruck eines lebhaften Geiſtes, der übrigens aus ihrem ganzen Weſen ſprach. Ihr von der Sonne leicht gebräunter Teint hatte in ſeinem warmen gleichmäßigen Ton etwas Blendendes. Schlank und geſchmeidig wie ein Rohr hatte der Wuchs dieſes reizenden, lieblichen Geſchöpfes etwas Züch⸗ tiges und Kühnes zugleich, das an die Jagdgöttin Diana er⸗ innerte. Bei Morvans Anblick blieb das junge Mädchen, das ſich eben dem Vater nähern wollte, mit der Bewegung eines er⸗ ſchreckten Rehes ſtehen; doch bald überwand ſie ihr Erſtaunen und ihren Schreck, ſchüttelte den Kopf mit eigenſinniger Geberde, und eilte den alten Boucanier zu umarmen.

Guten Abend, Vater, ſagte ſie mit einer hellen herz⸗ erfreuenden Stimme; Du erwarteteſt wohl nicht mich ſobald wieder zu ſehen, nicht wahr?