Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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Dieſe wunderbare Geſchicklichkeit machte den jungen Mann bedenklich.

Jetzt begreife ich die Furcht, dachte er, welche Mont⸗ bars über den Ausgang meines Duelles mit Laurent an den Tag legt! Thut nichts, wie geſchickt auch der Mann ſein mag, ſo wird er mich doch nicht tödten; mein Herz ſagt es mir, daß ich Nativa noch ſehen ſoll.

Beim vierten Schuß traf Morvan den Strauch; nach zwei⸗ ſtündiger Uebung traf er das Ziel dreimal unter vier Schüſſen.

Wenn man mir das erzählt hätte, ſagte Graubart ganz erfreut, ſo hätte ich es niemals geglaubt, daß ein Menſch in ſo kurzer Zeit ein ſolches Reſultat erzielen könne! Alles geht gut! Jetzt iſt es mir nicht mehr wahrſcheinlich, daß Laurent einen Vortheil über Sie haben werde. Jetzt muß ich Ihnen noch zeigen, wie man abfeuert, ohne ſich ſo zu ſagen Zeit zum Zie⸗ len zu nehmen.

Nach weitern vier Stunden, welche zur Heranbildung Morvan's zum Schützen verwendet wurden, erklärte der Bou⸗ canier, daß ſeinem Schüler nichts mehr zu lernen übrig ſei.

Eine halbe Stunde ſpäter ſaßen Montbars, ſein Neffe und Alain vor einer wohlbeſetzten Tafel, als aus dem dichten Walde eine friſche helle Stimme erſcholl, die aus der Entfernung noch bezaubernder klang. Morvan bebte vor Entzücken, und Alain ſprang auf den Schemel, der ihm als Stuhl diente.

Dieſe Stimme ſang ein bretagniſches Weihnachtslied.

Wer ſein Vaterland niemals verlaſſen hat, kann ſich auch nicht annäherungsweiſe eine Idee von der Rührung machen, welche jede Erinnerung an die Heimat hervorbringt. In dieſem Gefühl liegt etwas von der Melancholie, welche ein Liebender beim Anblick eines Gegenſtandes empfindet, der ſeiner in der Blüthe ihrer Jugend verſtorbenen Geliebten angehört hat; es iſt ein tiefer, aber wonnevoller Schmerz. Ein ſolches Gefühl

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