Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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Daſen der Inſel St. Domingo. Faſt ganz aus wilden Orangen⸗ bäumen beſtehend, bot dieſer Wald eine ſo üppige Vegetation dar, daß ſelbſt das fruchtbarſte Land Europa's davon keine Idee zu geben vermöchte. Nichts iſt ſo reizend wie dieſe einſame Gegend, die auf ihren Fußwegen mit ſo dichtem und feillem Graſe bedeckt iſt, daß man auf Sammt zu gehen glaubt; überall wurden die Sinne durch die lebhafte Farbe des rothen Cactus und durch die Düfte der andern Blumen entzückt; zahlloſe Lia⸗ nen waren in maleriſcher Unordnung verwickelt und ſchwankten im Hauche balſamiſcher Düfte, und auf den Lianen hüpften Vögel, deren Federn wie Smaragde, Topaſe und Rubinen glänzten; es war ein Schauſpiel, um das härteſte Herz zärtlich und melan⸗ choliſch, die unempfindlichſte Seele verliebt zu machen.

Noch einige Schritte und wir ſind am Ort, mein lieber Louis, ſagte Montbars. In der Nähe befindet ſich eine Wohnung, deren Eigenthümer, der für ſeinen Beruf begeiſtertſte Boucanier, ſich beeilen wird, uns gaſtfreundlich aufzunehmen. Wir werden ihm unſere Pferde anvertrauen und uns zu Fuß nach dem Berg Piton begeben. Der ſchwierige Weg, welcher zu dem von Laurent beſtimmten Orte führt, erlaubt es uns nicht unſere Pferde bei⸗ zubehalten.

Zehn Minuten ſpäter erreichten ſie die Wohnung des von Montbars erwähnten Boucaniers. Der Anblick dieſes am Ein⸗ gang einer großen Waldlichtung gelegenen und halb hinter gro⸗ ßen hundertjährigen, mit dichtem Laub verſehenen Bäumen ver⸗ borgenen Hauſes verſetzte Morvan in Staunen; er ſah da die Verwirklichung einer Phantaſie, zu der er von den Schönheiten des Weges angeregt worden war. Nur Nativa fehlte dieſem Bilde. In Form einer Sennhütte erbaut, nur daß eine ſpaniſche Terraſſe die Stelle des europäiſchen Daches erſetzte, zeigte die Wohnung des Boucaniers in ihrem Bau den beſten Geſchmack. Vor dem Eingang befand ſich ein mit außerordentlicher Sorgfalt gepflegter

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