Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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Jede Minute vom Anblick einer neuen Landſchaft gefeſſelt, blieb der junge Mann ſtets entzückt vor den ihm ſo neuen Schön⸗ heiten der tropiſchen Natur ſtehen.

Der ſtets veränderte glänzende Horizont, der ſich bei jeder Wendung des Weges ſeinem entzückten Blicke darbot, verſetzte ihn in Verwunderung und rührte ſein Herz. Er dachte an das namenloſe Glück, welches eine liebende Seele empfinden müßte, wenn ſie getrennt von der Welt und fern von den traurigen Leiden⸗ ſchaften der Menſchheit, einzig und allein mit einem geliebten Weibe, in dieſen erhabenen Einſiedeleien wohnen dürfte. Da ſchwebte ihm Nativa's Bild vor Augen und er konnte ſich nicht enthalten zu ſeufzen.

Mein lieber Louis, ſagte Montbars, welcher die Ur⸗ ſache dieſer Traurigkeit mißkannte, ich glaubte, da mir Dein Muth bekannt war, Dich nicht ſchonen zu dürfen und Dir geſte⸗ hen zu müſſen, wie gefährlich dieſer Laurent ſei. Ich fürchte nun, daß meine Mittheilung auf Dich eine ganz andere Wirkung ge⸗ macht habe, als ich eigentlich beabſichtigte; anſtatt Deinen Eifer zu entflammen, habe ich Dich vielleicht verwirrt und beunruhigt. O, Du haſt es nicht nöthig Dich zu rechtfertigen. Ich weiß, daß Du im Augenblick des Kampfes nicht ein Haar breit zurück⸗ weichen und die Ehre Deines Namens in würdiger Weiſe auf⸗ recht erhalten wirſt. Gewiß das iſt viel, aber es iſt nicht genug. Was ich will iſt, daß Du Laurent gegenüber einen unverſöhnlichen Zorn fühleſt, Blutdurſt empfindeſt und alle Deine Fähigkeiten zu jenem Zerſtörungsinſtinkt vereinigeſt, der ſelbſt dem beſten Menſchen innewohnt, wenn er mächtig aufgeregt iſt, und der ihn zu einem Tiger an Wuth macht. Louis, Du

weißt, daß ich unfähig bin Dich zu täuſchen, Du vertrauſt mei⸗ nen Worten, nicht wahr?

Wie denjenigen meines Vaters, wenn er noch lebte. Nun, mein Freund, ſo ſchwöre ich Dir's bei dem

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