Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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wirren mich, antwortete Alain erröthend. Da es Ihnen gefällig iſt, daß ich dieſen Schurken nicht eines Beſſeren belehre, ſo wird man ihn in Ruhe laſſen, aber es bleibt immer Schade, wenn man ihn nicht ein wenig maſſakrirt.

Als die Zeugen dieſer Szene ſahen, daß Alain ſeinen ſchrecklichen Knüttel wieder unter den Arm nahm, wollten ſie ſeinem Opfer eben zu Hilfe eilen, als ein junges Frauenzimmer aus dem Hauſe kam, von deſſen Balkon der Blumenſtrauß herab⸗ geworfen wurde, zu dem ſchönen Laurent hinſtürzte, vor ihm niederkniete, ſeinen Kopf in die Arme nahm, und mit ihrer Schärpe das Blut abwiſchte, das aus ſeiner Wunde floß. Die⸗ ſes junge, ſehr ſchöne, kaum ſechzehn Jahre alte Frauenzimmer war völlig verzweifelt und ſchien ſich um das Geflüſter der herum⸗ ſtehenden Menge gar nicht zu kümmern, große Thränen rollten über ihre Wangen.

Beruhigen Sie ſich, meine Dame, ſagte Morvan ehr⸗ erbietig zu ihr; dieſe Ohnmacht, die unvermeidliche Folge einer heftigen Erſchütterung, iſt durchaus nicht gefahrdrohend. Sehen Sie! Laurent öffnet eben die Augen ſein Geſicht erhält wie⸗ der Lebensfarbe.

In der That kam Laurent, während Morvan ſo ſprach, wie⸗ der zu ſich; ſein erſter Blick fiel auf den bretagniſchen Edelmann.

Mein Herr, ſagte er, einen Menſchen wie einen Ochſen niederſchlagen laſſen, heißt nicht ihm Rede ſtehen. Ich hoffe, daß Sie mir für den Schimpf Rechenſchaft geben werden.

Mein Herr, antwortete Morvan, auf einen Menſchen, der nur mit einem Degen bewaffnet iſt, gleich ſchießen, iſt keine loyale Handlung. Sie haben das Wort:Feigling und Mör⸗ der nicht einmal, ſondern doppelt verdient.

Das iſt wahr, antwortete der ſchöne Laurent; ich kam eben von einem prächtigen Frühſtück, und habe mich deshalb ein wenig zu übereilt benommen. Gehen Sie mir auf dem Trottoir