Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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Bei dieſem letzten durch eine neue Drohung erſchwekten Schimpf konnte ſich der junge Mann nicht mehr zurückhalten.

Elender! rief er einen Schritt vorwärts gehend, Du haſt geſündigt und ſollſt beſtraft werden!

Wuth blitzte aus Laurent's Augen und thieriſche Wildheit verzerrte ſein Geſicht. Er ergriff eine der in ſeinem Gürtel ſtecken⸗ den Piſtolen, lud ſie ſchnell, und richtete den Lauf gegen Mor van. Der arme Edelmann fühlte, daß es um ihn geſchehen ſei; er kreuzte die Arme und blickte ſeinem Gegner ins Geſicht.

Feigling und Mörder, ſagte er, ſei verflucht!

Kaum hatte Morvan dieſe Worte geſprochen, als ein dumpfer Streich, wie wenn man auf ein leeres und feſtes Gefäß mit einem Stock ſchlägt, erſcholl, und Laurent zu Boden ſtürzte.

Ah! glaubteſt Du, daß man nach dem Ritter von Morvan ſo mit Piſtolen ſchießt, wenn er von ſeinem Diener be⸗ gleitet iſt? ſagte Alain, auf ſeinen Penbas geſtützt, zu dem in Ohnmacht liegenden Laurent. Teufelskerl! warte ein wenig ich werde dir jetzt Deine Rippen bearbeiten.

Laurent's Sturz brachte auf die Umſtehenden ein außer⸗ ordentliches Staunen hervor.

Halt ein, Alain! rief Morvan, indem er den bereits erhobenen Arm ſeines Dieners feſthielt, ſiehſt Du nicht, daß dieſer Mann außer Stande iſt, ſich zu vertheidigen?

Und hätten Sie vor einer Weile die Kugel ſeiner Piſtole mit Ihrem Degen pariren können? Dieſer ſchlechte Kerl iſt ein Schuft, der kein Mitleiden verdient. Laſſen Sie mich ihn ein wenig dreſchen, nur ein wenig, ich will ihm ein

Dutzend Streiche mit meinem Penbas auf die Schläfe geben.

Gehorchſt Du mir etwa darum nicht, weil Du mir eben das Leben gerettet haſt? ſagte Morvan mit vorwurfsvollem

Tone, und ergriff dabei die Hände ſeines Dieners.

Ah! Herr Ritter, reden Sie nicht ſo zu mir, Sie ver⸗

nit