— Es ſcheint, fuhr Laurent, indem er verachtungsvoll die Achſeln zuckte, mit lauter Stimme fort, daß man lieber Diamanten gehabt hätte! Zum Teufel! man hätte ſich doch ver⸗ ſtändlich äußern ſollen. Ich verſtehe mich nicht auf die Blumen⸗ ſprache.
Die Menge lachte und Laurent ſchritt weiter.
Da eine Seite der Gaſſe eben von der Sonne zu ſtark beſchienen war, ſo gingen die Baldachinträger längs jener Häu⸗ ſer, die im Schatten ſtanden. Morvan ſtellte ſich dicht am Gou⸗ vernement auf, um ihnen Platz zu machen.
— He, Freund! ſagte Laurent, plötzlich vor ihm ſtehen bleibend, wiſſen Sie denn nicht, wer ich bin, daß Sie ſo auf dem Seitenpflaſter ſtehen, während ich vorübergehe?
— Sprechen Sie mit mir, mein Herr? fragte der bre⸗ tagniſche Edelmann, der ſich nicht vorſtellen konnte, daß man mit ihm mit ſolcher Frechheit zu ſprechen wage.
— Parbleu, mit wem anders! Keine dummen und un⸗ nützen Reden! Ich haſſe das Schwätzen! Trollen Sie ſich aus meinem Wege!
Die Geduld gehörte nicht zu Morvan's Eigenſchaften; übrigens erſchien ihm die Impertinenz des ſchönen Laurent ſo unvernünftig, daß er darüber gar nicht in Zorn gerieth; er glaubte es mit einem Verrückten zu thun zu haben und betrachtete ihn mit aufmerkſamer Neugierde.
Der ſchöne Laurent mochte ungefähr 32 oder 35 Jahre alt ſein; ſeine außerordentlich feinen Züge drückten große Kühn⸗ heit und Entſchloſſenheit aus; der Blick ſeiner grünlich grauen Augen war ſpöttiſch und unangenehm zu ertragen; ſeine Naſe hatte etwas von einem Adlerſchnabel; ſeine dunkelbraunen zu⸗ rückgeworfenen Haare unſchloßen eine breite mächtige Stirne; endlich ließ ſein kleiner, nach ſpaniſcher Mode nachläſſig zurück⸗ gekämmter Schnurbart dünne und durch den fortwährenden Aus⸗


