Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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Ah! das iſt gut, rief Alain, der hinter ſeinem Herrn ſtand, die Muſiker kommen zu uns her! Welch' ein Unglück, daß ſie nicht, anſtatt die Geige zu kratzen, das Biniou ſpielen, ich hätte getanzt!

Morvan wurde nun Zeuge eines ſeltſamen und wunder⸗ lichen Schanſpiels: er ſah einen hoch und ſchlank gewachſenen und prachtvoll gekleideten noch jungen Mann, der von vier Violinſpielern und zwei Flötiſten begleitet, unter einem ſeidenen, mit Gold geſtickten Baldachin einherging, welcher von vier Skla⸗ ven in glänzender Livree getragen wurde. Die Menge wich vor dieſer Prozeſſion ehrfurchtsvoll einige Schritte zurück.

Zieht euch zurück, Canaillen, ihr verhindert mich frei zu athmen, ſagte der unter dem Baldachin gehende Mann zu einer Gruppe von Negern, die ihn mit aufgeriſſenen Augen wie ein Wunder anſtarrten. Da, ihr Schwarzen, da habt ihr auf Arak, ſetzte er hinzu und warf ihnen eine Handvoll Goldſtücke hin.

Der ſchöne Herr Laurent ſoll leben! riefen die Neger mit einem durch dieſes großartige Almoſen vollkommen gerecht fertigten Enthuſiasmus.

In dieſem Augenblick wurde ein Fenſter geöffnet und ein Strauß von tropiſchen Blumen fiel zu den Füßen des großen jungen Mannes nieder.

Dieſe Blumen ſind prächtig, aber ſie haben keinen Duft, ſagte Laurent mit ſpöttiſcher Miene und ſtieß den Strauß mit dem Fuße fort; thut nichts, jede gute Abſicht verdient Be⸗ lohnung.

Die ſeltſame Perſon nahm ſogleich einen aus wunderba⸗ rẽn Smaragden verfertigten Halsſchmuck vom Halſe und ſchleu⸗ derte ihn nach dem Balcon, von welchem die Blumen gekom⸗ men waren.

Die halbgeöffneten Jalouſien wurden ſogleich wieder ge⸗ ſchloſſen und man vernahm von dort ein lautes Schluchzen.