Teil eines Werkes 
3. Band (1854)
Entstehung
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ſah er auch Kreolinen an den Fenſtern erſcheinen, die Spazier⸗ gänger ſtehen bleiben und die Neger tanzen, indem ſie ſich fröh⸗ lich die Hände rieben. Morvan fragte einen vorübergehenden jungen Mann, was die plötzliche Aufregung zu bedeuten habe, welche durch die noch ferne Muſik allenthalben hervorgebracht wurde.

Das iſt der ſchöne Laurent, der geſtern hier gelandet iſt und heute einen Rundgang durch die Stadt macht.

Wen nennen Sie den ſchönen Laurent, wenn ich fragen darf?

Wie! Sie kennen den ſchönen Laurent nicht? erwie⸗ derte der junge Mann mit Staunen.

Ich höre ſeinen Namen jetzt zum erſten Mal. Uebri⸗ gens darf meine Unwiſſenheit Sie nicht in Erſtaunen ſetzen, denn ich bin ſpeben in St. Domingo angekommen.

Aber Sie müſſen doch irgendwo geweſen ſein, bevor Sie in unſere Gegend gekommen ſind?

Vermuthlich; ich war in Paris.

Nun, ſpricht man in Paris nicht vom ſchönen Laurent?

Nicht, daß ich wüßte, ſagte Morvan lächelnd.

Das iſt unglaublich, erwiederte der junge Mann. Ich habe mich zwar von der Inſel St. Domingo noch niemals ent⸗ fernt, aber es ſchien mir immer, daß Laurent's Ruf über das Meer dringen und ſich in der ganzen Welt verbreiten müſſe.

Dieſe mit dem Tone der Ueberzeugung geſprochenen Worte erregten Morvan's Neugierde auf's Höchſte, und er wollte eben in ſeinen Fragen fortfahren, als der Andere rief:

Sehen Sie, da biegt er eben um die Ecke dieſer Gaſſe! Ich verlaſſe Sie, um ihn in der Nähe zu ſehen.

Der junge Kreole entfernte ſich ſogleich eilig und ließ Morvan mit unbefriedigter Neugierde zurück.

nahende Muſik aus ſeinen Gedanken aufgeſtört wurde; ſogleich