Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
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gemeinen hat. Sechs Monate voll harter Arbeit, wenn Ihr auch fortwährend glücklich ſeid, bringen Euch nicht den zwanzigſten Theil von dem Gewinn, den eine Stunde einer Meerfahrt bringt.

Das iſt wahr, antwortete ein anderer Boucanier; aber bietet unſere Exiſtenz, wenn ſie auch ihre harten Seiten hat, nicht auch köſtliche Genüſſe? Welche Freude kann mit der⸗ jenigen verglichen werden, die wir empfinden, wenn wir den wilden Stier, von unſerer Kugel niedergeſchmettert, fallen ſehen; wenn wir das Geheul unſerer Hunde hören, die ſo wild ſind wenn ſie den Feind wittern, und ſo ſanft und gehorſam wenn ſie unſere Stimme vernehmen! Das Meer bietet gewiß einen ſchö⸗ nen Anblick; aber wie tief iſt er unter dem unſerer Wälder, wenn die Sonne aufgehet! Es gibt Augenblicke, in denen man ſich ſo glücklich fühlt, daß man weinen muß um nicht zu leiden! Ich habe oft auf der Inſel Tortue zu Port⸗Pair oder zu Leo⸗ gane mit ſpaniſcher Beute beladene Flibuſtierſchiffe ankommen ſehen; im Gedanken an die Schwelgereien, welche das Gold ihnen verſchaffen wird, begrüßten die Matroſen das Ufer mit lautem Geſchrei, aber ich kann Ihnen ſchwören, Montbars, daß mir niemals der Neid in den Sinn gekommen iſt. Ich dachte, wie entfernt iſt doch der ſinnliche Rauſch dieſer Flibuſtier von

dem innigen, tiefen, unausſprechlichen Glück, das ich empfinde,

wenn ich nach einer langen, mühevollen und gefährlichen Expe⸗ dition, die dünne Rauchſäule ſehe, die über dem Dache meiner armen Hütte ſchwankt! Mit welch' ſüßer Wolluſt denke ich an den Empfang derjenigen, die mich erwartet und mich liebt, an die Ruhe, die ich endlich genießen werde! Glauben Sie mir, Montbars, ich würde meine niedrige Stellung nicht gegen die Ihrige vertauſchen, die ſo ſehr beneidet und ſo glänzend iſt. Als Morvan dieſe Sprache aus dem Munde eines Bou⸗ caniers vernahm, konnte er von ſeinem Erſtaunen nicht zurück⸗ kommen, um ſo mehr, da der Mann, welcher ſo ſprach, in ſeiner Per⸗