für mich ein großes Glück geweſen Ihnen nützlich zu ſein, denn ich wiederhole es Ihnen, ich bin mit Geld verſehen! Bruder und Schweſter müſſen ſich ja einander unterſtützen und mit ein⸗ ander theilen! Und darf ich Sie fragen, meine gute und theure Schweſter, was Ihnen der Verkauf Ihres Geſtütes einge⸗ bracht hat?
— Ungefähr fünfmalhundert Tauſend Livres.
— Du guter Gott! das iſt ein hübſches Geld!— Meine geliebte Franziska, fuhr der Graf nach einigem Schweigen fort, wollen Sie mir erlauben Ihnen zu ſagen, was ich denke?
— Ich wüßte nicht, Agrippa, daß Sie ſich vor mir ge— nirten; reden Sie!
— Nun theure Schweſter, vor allen Neigungen, und vor allem vor den politiſchen, geht die Neigung für die Familie; wenn Sie mich wahrhaft liebten, ſo würden Sie anſtatt Ihre Pferde dem Staat zu opfern, was ohnehin ein Tropfen im Meere iſt, Ihre fünfmalhundert Tauſend Livres mir gegeben haben. Mit dieſer Summe wäre ich für immer glücklich!
— Dieſe Summe hätte bei Ihnen zwei Monate gedauert.
— Das iſt möglich! Aber während dieſer zwei Monate
hätten Sie jeden Tag das Vergnügen gehabt, ſich ſagen zu können:„Dank meiner Güte wird mein Bruder heute wieder einen ſchönen Tag verbringen!“ Aber nein, Sie haben es vor⸗ gezogen—— Thor, der ich bin, rief der Graf ſich mitten in ſeinem Satz unterbrechend, ich begreife jetzt Alles. Sie wagten es nicht, meinem Schwager zu entdecken wie weit es mit ihm gekommen ſei, und Sie haben Ihre Pferde verkauft, um ſich dieſe Entdeckung zu erleichtern. Ach, Franziska, mir fünfmal⸗ hundert Tauſend Livres vorenthalten um ein Geſpräch zu ver⸗ meiden, das Ihnen doch ſo leicht geweſen wäre, das Sie mit Ihrem hohen Geiſt um ſo viel wohlfeiler hätten anſpinnen kön⸗ nen!— heißt das als gute Schweſter handeln?
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