Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
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Auf dieſe Frage ſtockte der Graf; einen Augenblick kam ihm die Idee, da er ſeine Schweſter ſo gut aufgelegt fand, eine fingirte Schuld zu geſtehen, die er beim Landsknecht gemacht habe, und ſo von ſeinem Beſuch Nutzen zu ziehen; aber bald, wir müſſen dieß zum Lobe d'Aubigné's bemerken, widerſtand er der Verſuchung, nicht weil er die Intereſſen ſeines Freundes Legoff nicht gern für Tauſend Piſtolen in Gold geopfert hätte, ſondern weil ihm der ſanfte Ton der erlauchten Marquiſe eine Falle zu enthalten ſchien, und weil er es für klug hielt auf ſei⸗ ner Huth zu ſein.

— Liebe Schweſter, ſagte er mit ſchlecht dargeſtellter Gerührtheit, werden Sie mich denn immer mit jener grauſamen Strenge beurtheilen, die mich an Ihrem Herzen zweifeln läßt? Sie überhäufen mich mit Vorwürfen, während Sie mein Recht verkennen, und mich in der traurigſten Hilfloſigkeit verlaſſen.

— Sind Sie gekommen um von mir den Marſchallſtab zu verlangen? ſagte die Schweſter, die es vorzog das Gewitter lieber früher ausbrechen zu laſſen, als es lange grollen zu hören.

— Nein, antwortete d'Aubigné, nicht den Marſchallſtab...

— Alſo ohne Zweifel Geld?

— Auch nicht, ſagte der Graf nach einigem Zaudern; ich bin mit Geld verſehen.

— Ah! antwortete die Margquiſe mit aufrichtigem Stau⸗ nen. Ich habe geſtern mein Geſtüt verkaufen laſſen.

— Das haben Sie gethan! und warum das, liebe Schweſter?

— Um mit dem Beiſpiel der Aufopferung voranzugehen, und den erſchöpften Finanzen nach meinen Kräften zu Hilfe zu kommen.

— Wie! Der Staat wäre ſo weit herunter gekommen! rief d'Aubigné mit dem Tone des ſchmerzhaften Vorwurfes, und Sie haben mir davon nichts geſagt, theure Franziska! Es wäre

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