Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
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hören!— Ich werde der Skandal des Tages ſein.— Das wird mich in die Mode bringen.

Mit ſolchen guten und brüderlichen Vorſätzen gelangte der Graf bis zu den Gemächern ſeiner Schweſter; zu ſeinem großen Erſtaunen wurde er ſogleich eingeführt.

— Ah, ah, dachte er, nicht ohne gewiſſe Furcht, wenn ſich meine Schweſter ſo ſehr beeilt mich zu empfangen, ſo muß ſie mir eine ſchlimme Nachricht mitzutheilen, etwas Unangeneh⸗ mes zu ſagen haben! Aber was ſchadet mir das? Bernard hat mir die von Herrn Satanas⸗Legoff auf ihn auf Sicht gezogene Tratte von fünftauſend Louisd'or baar ausgezahlt. Das Gold befindet ſich in meiner Kaſſette; ich habe fünfzig Tage Unab⸗ hängigkeit vor mir... Welche Nachricht könnte mir in dieſem Augenblick unangehm ſein? Keine! Wer kann mich hindern, mich ein wenig in die Bruſt zu werfen? Niemand!

Die Frau Marquiſe von Maintenon hatte zu jener Zeit eben ihr ſechzigſtes Jahr erreicht; man hätte ihr aber, Dank der wohlſtudirten Toilette, ein ſo hohes Alter nicht zuerkanntz man war verſucht zu glauben, daß ſie noch jünger ausgeſehen, wenn ſie ſich etwas jugendlicher gekleidet hätte.

— Madame, ſagte d'Aubigné, der ſich vor ſeiner Schwe⸗ ſter mit um ſo größerem Reſpekt verneigte, je feinbſeliger ſeine Abſichten waren, als ich Bontemps vor mir die Flucht ergreifen ſah, glaubte ich einen Augenblick, daß ich heute der Ehre und des Glückes beraubt ſein werde Ihnen meine Huldigung darzubringen.

— Warum dieſer Vorwurf, d'Aubigné? entgegnete ihm die Marquiſe mit außerordentlicher Sanftmuth. Habe ich mich jemals geweigert Sie zu ſehen? Kommen Sie nicht beinahe je⸗ den Tag um mir von Ihrem Unglück beim Spiel zu erzählen, und auch um Hilfe zu bitten? Reden Sie, fuhr die Marquiſe nach einigem Stillſchweigen fort, was wünſchen Sie heute? Welchen Verluſt von geſtern haben Sie heute zu erſetzen?

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