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Eine Familiarität, die keiner von all' den großen Herren am Hofe einer ſo wichtigen Perſon gegenüber, wie Bontemps es war, anzuwenden wagte, denn jeder wußte, wie ſehr der König ſeinen erſten Kammerdiener liebte und ſchätzte.
Bontemps verneigte ſich tief, faſt mit Schrecken; der Anblick des Bruders der Madame Maintenon verurſachte ihm immer ein peinliches Gefühl.
— Wie befindet ſich die Familie heute? fuhr d'Aubigné fort, der ſich anſtellte, als ob er Bontemps' Befangenheit, die ihm übrigens ſehr viel Vergnügen machte, gar nicht merkte.
— Von welcher Familie will der Herr Graf ſprechen? fragte der erſte Kammerdiener des Königs, der that, als hätte er nicht verſtanden.
— Porbleu! von meiner Schweſter und von meinem Schwager! Ich hätte mich in der That etwas weniger bürger⸗ lich ausdrücken ſollen; aber, braver Bontemps, mein Schwager iſt ein ſolcher Filz gegen mich, es koſtet ihm eine ſo große An⸗ ſtrengung mir ein Paar verroſtete Piſtolen in die Hand fallen zu laſſen, daß ich meinem Rang entſagen und aufhören mußte den Adel zu frequentiren? Ich bin ſo in gewiſſe andere Geſellſchaft gerathen.— Du ſiehſt ja, wie ich ſpreche. Man würde glau⸗ ben einen Krämer von der Straße Saint⸗Denis zu hören.
— Ich bedaure ſehr, Herr Graf, ſagte Bontemps bis an die Ohren erröthend, daß ich Ihnen nicht länger Geſellſchaft leiſten kann, aber meine Pflicht ruft mich jetzt zum König.
— Das heißt, murmelte d'Aubigné, als Bontemps ſich eiligſt entfernte, Du gehſt um meine vielgeliebte Schweſter von meiner Ankunft in Kenntniß zu ſetzen. Meinetwegen! Was thut das auch? Ich bin, Dank meinem Freunde Legoff, mit Geld überhäuft. Zwei Monate lang kann ich die Almoſen mei⸗ ner geliebten Franziska entbehren. Sie ſoll es nur verſuchen mich nicht zu empfangen, und man wird. einen ſchönen Lärm
II. 5.


