Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
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merken, daß es mir nicht an Offenheit fehlt, ich bin Ihnen für Ihren Rath ſehr dankbar...

— Pah! es handelt ſich hier nicht um Dankbarkeit, ſondern ich möchte wiſſen, ob Sie meinen Rath befolgen werden——

— Nein, Graf, ich werde ihn nicht befolgen.

— Ich tadle Sie und ſchätze Sie. Aber zum Teufel, wenn man es mit einer Viper zu thun hat, ſo muß man ein Thor ſein, um ihr die Ferſe zum Biß hinzureichen. Das Gift verbreitet ſich ſo ſchnell von der Ferſe zum Herzen!— Wenn man einem ſo böſen Thier nicht gleich den Kopf zertreten kann, ſo kann man nichts Beſſeres thun, als ſich vor ihm hüten.— Vertrauen Sie mir, Ritter, hüten Sie ſich!

Nocé ſprach noch, als der Wagen vor dem Thore des Hotels zum Schimmel hielt. Morvan und Nocé umarmten ſich, und als der Bretagner ausgeſtiegen war, hörte er noch, wie ihm ſein neuer Freund aus dem Wagen heraus zurief:

— Vertrauen Sie mir, Ritter, hüten Sie ſich vor der Beſtie.

Alain erwartete ſeinen Herrn mit lebhafter Ungeduld. Seit ſeinem Abenteuer mit Buhot hatte ſich ſein ohnehin ſchon bedeutendes Mißtrauen vermehrt.

— Wenn in Paris die rechtſchaffenen Leute ſtehlen— denn eigentlich habe ich geſtohlen, ſagte er zu ſich ſelbſt— wem kann man dann noch trauen? Niemanden.

Morvan's Ankunft verurſachte dem Diener eine wahr⸗ hafte Freude.

— Sind Sie auf der Gaſſe nicht beunruhigt worden? Hat man Sie nicht berauben wollen, Herr?

— Im Gegentheil, Alain. Sieh her, antwortete Morvan, indem er die ihm vom Marquis d'Effiat überreichten Rollen auf⸗ brach, und Alain's geblendeten Blicken einen Haufen Goldes zeigte.

— Mein Gott! rief Alain erbleichend und mit bewegter Stimme, Sie auch!——