Auf dieſe Frage brach die Tänzerin in ein helles Gelächter aus. Sie blickte den jungen Mann aber ſehr zärtlich an, denn Morvans Unwiſſenheit verrieth ihr, wie wenig er noch im Pa⸗ riſer Leben bewandert ſei, und ſie hoffte in ihm einen Menſchen gefunden zu haben, den ſie ausbeuten könne. Nach langem La⸗ chen entgegnete ſie ihm endlich:
— Was, Ritter, Sie kennen Dubois nicht?
Dann neigte ſie ſich zu ihm hin, und ſagte ihm einige Worte ins Ohr. Morvan erröthete und erblaßte nacheinander.
— Das iſt unmöglich, ſagte er. Männer von Adel, wie die Herren de la Fare, von Brancas, d'Efficat, würden ſich mit einem ſolchen Menſchen nie in vertrauten Umgang einlaſſen.
— Ach Ritter, wenn Sie den Adel ſo kennten, wie ich ihn kenne, fuhr die Tänzerin noch immer lachend fort, ſo würde Ihnen dieſer vertraute Umgang als die natürlichſte Sache von der Welt erſcheinen. Uebrigens iſt dieſer Dubois ein braver Mannz ich verſichere, daß man manchmal recht froh iſt mit ihm zuſammenzukommen.
— Ritter, rief jetzt Nocé, man hat Sie irriger Weiſe über⸗ gangen, die Reihe iſt an Ihnen. Was für eine Bank machen Sie?
— Ich bedaure, da ich im Vortheil bin, nicht weiter ſpie⸗ len zu können, antwortete Morvan aufſtehend; ich muß fortgehen.
— Ja wohl, Sie ſind in Ihrem Recht, Ritter, ſagte Broglie. Die Spieler die ihren Gewinn erhalten, werden ſehr geſchätzt; man nennt ſie charactervolle Menſchen.
— Ich bitte Sie zu glauben, mein Herr, daß ich nicht deßhalb aufhöre zu ſpielen um meinen Vortheil zu benützen.
— Ah, ah! ein Rendezvous, ohne Zweifel mit der ſchönen Nativa, fügte Dubois ſpöttiſch hinzu. Saerebleu, junger Mann, Sie ſind ein glücklicher Sterblicher.
Dieſe von dem Abbé ſo ungelegen ausgeſprochenen Worte trieben Morvans Entrüſtung auf's Höchſte.


