demoiſelle Cöleſtine mit Stolz. In der That, Herr Dubois, Sie könnten Recht haben; es iſt doch drollig zu denken, daß Mon⸗ ſeigneur verliebt ſei.
— Genug, Cöleſtine! Du verſtehſt es nicht, meine
Phraſe zu beendigen, und kommſt, wenn Du fortfährſt, zu einem
ſchauderhaften Unſinn.— Trink' und ſchweige!
— Wer iſt denn dieſe Nativa, die Sie, Herr Abbé, als ſo verführeriſch bezeichnen? fragte Brancas. Verdient ſie dieſes Beiwort, das in Ihrem Munde ſo wichtig iſt?
— Ich habe dieſes junge Mädchen nur im Vorbeigehen geſehen? antwortete Dubois; aber ich muß, und ſollten Sie mich dafür gleich des ſchmählichſten Platonismus beinzichtigen, offen geſtehen, daß mir ihre blendende Schönheit, ihre ſtolze Miene, die würdig und kindlich zugleich iſt, ihr unvergleichlicher Gang und ihre wunderbare Haltung, eine tiefe Bewunderung, ja beinahe Rührung verurſachten. Ich würde gar nicht ſtaunen, wenn Monſeigneur ſie vierzehn Tage hintereinander liebte.
— Herr Abbé, ich bin ſehr begierig dieſes Wunder zu—
ſehen! rief der junge Broglie.
— Ein wenig Geduld! ich werde es einrichten, das heißt, niän wird es ſo einrichten, daß ſie bei dem Feſte erſcheinen wird, welches Se. Majeſtät am nächſten Montag in Verſailles ver⸗ anſtalten wird.
— Und Sie behaupten, Monſieur, ſagte nun Morvan, der es kaum vermochte ſeine Bewegung zu verbergen, daß Na⸗ tiva den Herzog wieder lieben werde?
— Ich! keineswegs. Ich bin im Gegentheil überzeugt, daß die Frauen nicht lieben; ſie laſſen ſich bloß lieben, ant⸗
wortete Dubvis, der nun Morvan, den er zum erſten Mal ſah,
mit Neugierde betrachtete. — Nach Ihrem Dafürhalten muß alſo Fräulein Sandoval unfehlbar die Geliebte des Herzogs werden, fuhr der Bretagner
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