Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ital men eit ten

—

— Wer kann das beſſer wiſſen als Du? erwiederte de la Fare lachend.

— Ich!— gehen denn derlei Dinge mich an?

Der eben Angekommene ſchwieg einen Augenblick; hierauf ſagte er, indem er ſeine Blicke rings herum auf die vor dem Spieltiſch ſitzenden jungen Leute ſchweifen ließ:

— Wer von Ihnen, meine Herren, kennt Sandoval, den Grafen von Monterey, und kann mir etwas über deſſen Tochter, die koſtbare Nativa, ſagen?

Auf dieſe ſo unerwartete Frage fühlte Morvan einen eiſigen Schauer über ſeinen Rücken rieſeln.

Der Mann, der dieſe Frage geſtellt hatte, war der Abbé Dubvis, ehemals Hofmeiſter des Herzogs von Chartres, Bruders⸗ ſohn des Königs. Alle Welt kennt die gemeine Rolle, welche Dubois am Ende des 17. und am Anfang des 18. Jahrhunderts geſpielt hat; die bedeutenden Ereigniſſe, in welche dieſer Menſch verwickelt war, haben ihm einen Platz in der Geſchichte gegeben.

In ſeinem zwölften Jahre kam Wilhelm Dubois in das Collegium von St.⸗Michel, wo er Anfangs die Stellung eines Dieners hatte; nach Beendigung ſeiner Studien erhielt er zuerſt die Stelle eines Hofmeiſters bei einem gewiſſen Maroy, Kauf⸗ mann am Petit⸗Pont; von dort kam er in derſelben Eigenſchaft zu dem Präſidenten de Gourgues, und endlich zum Marquis de Ruvan, Garderobier bei Monſieur, dem Bruder des Königs. Zu jener Zeit machte Dubois die Bekanntſchaft von Saint⸗ Laurent, dem zweiten Hofmeiſter des Herzogs von Chartres. Saint⸗Laurent, der eben krank war, beauftragte Dubois, ihn bei dem jungen Prinzen zu erſetzen. Dubois begriff mit ſeinem lebhaften durchdringenden Geiſt ſogleich, welch' großen Nutzen er aus dieſer vorübergehenden Stellung ziehen könnte; er ſtu⸗ dirte die geheimen Neigungen ſeines Zöglings, ſchmeichelte ihm, unterhielt ihn, flößte ihm das größte Vertrauen ein, und machte