Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
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— Nichts, antwortete Morvan mit gleichgiltiger Miene.

Eine halbe Minute ſpäter hatte der Ritter ein Kapital von zweitauſendachthundertundachtzig Livres vor ſich. Die Damen der Oper, welche bis dahin Morvan keine große Aufmerkſamkeit geſchenkt hatten, fingen an ihn ernſtlich zu prüfen und näherten ſich ihm. Er erhielt Bedeutung für ſie.

Was würde Alain geſagt haben, wenn er ſeinen Herrn vor einem großen Haufen Gold ſitzen und von jungen Frauen⸗ zimmern mit ſcandalös entblößtem Nacken umgeben geſehen hätte?

Es iſt nicht unſere Abſicht unſere Leſer mit den Einzeln⸗ heiten dieſer Landsknechtpartie zu ermüden. Um eilf Uhr beſaß Morvan zehntauſend Livres. Die Damen der Oper hefteten ſich beinahe an ſeine Ferſen, und eine von ihnen legte ſogar ihren weißen runden Arm auf ſeine Schulter.

Man übergab Morvan die Karten, an dem jetzt die Reihe war die Bank zu halten, als ſich die Thüre öffnete und ein Mann mit müdem welkem Geſicht eintrat. Ein Freudenruf er⸗ tönte rings um den Spieltiſch; die Damen der Oper verließen Morvan auf einen Augenblick, und eilten den Neuangekomme⸗ nen zu umarmen, der, obſchon mit unverkennbarer Blaſirtheit, doch nicht ohne Anmuth ihre überſchwängliche Freundlichkeit entgegennahm.

— Setze Dich zu mir, lieber Freund, ſagte Brancas; wir haben Dich ſchon hundert Jahre, wenigſtens vierzig Stun⸗ den nicht geſehen. Es hatte ſich bereits das Gerücht verbreitet, Du ſeieſt nach Rom gereiſt, weil der Papſt Dich dahin berufen habe. Was gibt's denn Neues?

— Nichts, antwortete der eben Angekommene, indem er dieſes Wort mit ſeltſamem Lächeln begleitete. Man behauptet

nur, daß der Herr Herzog von Chartres verliebt ſei bis über die Ohren.

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