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Chatillon ließ ſeinen Degen fallen, dann ſprach er, indem er es verſuchte dabei zu lächeln:
— Ich verſtehe dieſen Stoß nicht, aber ich kann es nicht verhehlen, daß er gelungen iſt; an einem der nächſten Tage müſ⸗ ſen Sie mir ihn erklären. Ihr Spiel iſt ein wenig wild, aber im Ganzen nicht ohne Vorzüge. Ich erkenne Sie für einen der erſten Fechter. Eine vortreffliche Idee, daß ich Sie Ihr Roland⸗ ſchwert ablegen hieß; Sie hätten mich entzwei geſpalten.
Der junge Mann erblaßte; der Blutfleck an ſeinem Hemd, welcher die von Morvan getroffene Stelle verrieth, wurde ſicht⸗ lich größer. Die Herren de la Fare und Broglie fürchteten, der Vieomte werde unfallen, und eilten hin um ihn in ihren Armen aufzufangen. Chatillon drängte ſie ſanft zurück.
— Gott ſei Dank, ich bin noch nicht ohnmächtig.
Dann ſagte er zu Morvan gewendet:
— Erlauben Sie mir, Herr Ritter, Sie herzlich zu um⸗ armen und eine Frage an Sie zu richten?
— Von Herzen gern, rief Morvan, und küßte den Vi⸗ comte. Was wollen Sie fragen?
— Warum haben Sie mich nicht getödtet, was Ihnen doch ſo leicht geweſen wäre?
— Wollen Sie durchaus eine Antwort? entgegnete Mor⸗ van verlegen und zaudernd.
— Gewiß! ich bitte Sie darum!
— Nun, antwortete Morvan, weil ich Ihnen verſprochen hatte, Sie an der Schulter zu verwunden, und weil ich mein Verſprechen halten mußte.
— Ritter, ich kann Ihnen nicht ſagen, wie ſehr mich dieſer letzte Zug Ihres Zartgefühls rührt! Zu ſchweigen, wäh—⸗ rend Sie uns dieſes Geſtändniß zu machen hatten! Das iſt doch das Neueſte und Schönſte! Solche Beſcheidenheit und eine ſolche Fauſt! Das iſt erhaben! Und dann haben Sie auch


