ger Beſucher der Fechtakademien; es genügte ihm auch nur eine halbe Stunde um von der wirklich hervorragenden und fürch⸗ terlichen Geſchicklichkeit ſeines Gegners überzeugt zu ſein.
— Bei meiner Ehre, Ritter, rief er indem er ſich leb⸗ haft zurückwarf, um einer Ripoſte auszuweichen, die auf eine von einem Degagement begleitete Finte folgen mußte; bei mei⸗ ner Ehre, Ritter, ich leugne Ihnen nicht, daß mich die Länge Ihres Degens ein wenig ſtört, das iſt ja eine wahre Lanze!
— Ihre Bemerkung iſt ſehr richtig, antwortete Morvan, der ſogleich ſeinen Degen ſenkte, und ſich vonCanillac den ſeinigen erbat.
Der Kampf begann auf's Neue.
Bald wurde es den Zeugen des Duells klar, daß Chatillon im Nachtheil ſei. Dennoch hielt ſich Morvan nnerſchütterlich de⸗ fenſiv; nur entfernte ſich die Spitze ſeines Gegners niemals wegen einer unnützen Parade nur einen Zoll weit vom Leib ſei⸗ nes Gegners, deſſen Anſtrengungen dadurch vergeblich wurden.
— Ich weiß nicht, was mir heute fehlt, ſagte Chatillon, aber ich fühle mich nicht ſo kräftig wie gewöhnlich; wären Sie nicht ſo gefällig, Herr Ritter, mich ein wenig zu Athem kom⸗ men zu laſſen?
— Wie Vicomte!— aber wir haben ja keine Eile, ant⸗ wortete Morvan.
— Ich danke Ihnen. Ich bitte Sie übrigens zu bemer⸗ ken, daß der Waffenſtillſtand, den Sie mir bewilligen, zu meinen Rechten gehört. Ich habe Sie erſucht, um Ihnen das Verdienſt der Gefälligkeit zu laſſen, aber ich hatte das Recht zu fordern—
— Ah, Vicomte, rief Morvan mit vorwurfsvollem Tone, glauben Sie denn, ich ſei ſo ſehr ein Zeitgenoſſe Ihres Urgroß⸗ vaters, daß ich nicht die Sprache unſerer Zeit verſtehe? Sie hatten es nicht nöthig mir die Höflichkeit zu erklären, die Sie ſo gütig waren mir zu erweiſen, ich habe Ihre Galanterie ſehr wohl verſtanden———


