Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ig. Ihr

aft

gemacht zu haben. Sie müſſen erhalten werden, ſo wahr ich ein Edelmann bin, ich tödte Sie nicht, ausgenommen aus Verſehen.

— Und ich, mein Herr, verpflichte mich aus Dankbarkeit für die Unterhaltung, welche Sie mir verſchaffen, Sie bloß zu verwunden!— Es würde Ihnen mißfallen, wenn ich Ihnen die Schulter durchſtäche?

— Gut! Durchſtechen Sie mir die Schulter! antwortete Chatillon ruhig.

— Chatillon, genug des Scherzes! ſagte nun der Marquis de la Fare, indem er ſich in das Geſpräch miſchte. Du haſt nicht ſchlecht angegriffen, und der Herr hat ſich für einen Men⸗ ſchen, der aus der Provinz kommt, tapfer genug vertheidigt. Es ſei genug!

Bis dahin hatte Morvan, der kaum ſicher war, ob er beim Sprechen nicht im Nachtheil ſei, die ſchlechten Späße ſeines Gegners ruhig genug ertragen. Aber als de la Fare da⸗ zwiſchen trat, um dem Streit einen friedlichen Ausgang zu ver⸗ ſchaffen, zeigte ſich dem Ritter der Schimpf, der ihm angethan wurde, in ſeiner ganzen Bedeutung, und er überließ ſich nun ohne Rückhalt ſeinem Zorne.

— Wie heißen Sie, mein Herr? fragte er den Gegner barſch.

— Viecomte von Chatillon. Ihnen zu dienen.

— Nun bei Gott, wenn Sie noch fünf Minuten zö gern den Degen zur Hand zu nehmen, ſo rufe ich es überall aus, daß der Vicomte von Chatillon ein Grobian und ein Feigling iſt! rief Morvan mit bebender Stimme.

Bei dieſem blutigen Schimpf griff der Vicomte ſogleich nach ſeinem Degen; aber de la Fare fiel ihm in den Arm.

— Lieber Freund, ſagte er, Du vergiſſeſt zwei wichtige Dinge: erſtens, daß ein ärgerlicher Auftritt in den Tuilerien Renard's Etabliſſement ſchaden könnte, das uns doch zuweilen

3