Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
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Glauben Sie Fräulein, daß ſich Ludwig XIV. den Anſichten des Königs von Spanien anſchließen werde? Es iſt wahr, daß die Boucanier abſcheuliche Banditen ſind; aber ihre Erceße, die Spanien unaufhörliche Verlegenheiten bereiten, ſind unſerer eigenen Sicherheit nützlich, und vermehren unſere Macht. Ich darf daher zweifeln, daß der Graf von Monterey vom König von Frankreich die Unterſtützung und die Hilfe er⸗ langen werde, die er da erwartet.

O was den guten Willen Ludwig XIV. betrifft, ent⸗ gegnete Nativa lächelnd, ſo iſt mein Vater deſſen gewiß. Der Graf von Monterey beſitzt ein ſicheres Mittel, zwar nicht ſeine Sympathie zu erwecken, aber ſeinen Willen zu lenken. Uns mangeln weder Geld, noch Muth, noch Verbündete; wir brau⸗ chen nur das geheimnißvolle Band zu entdecken, welches die Boucanier unter ſich zuſammenhält, und ihnen zu unſerer Schmach und unſerem Schaden eine ſo unüberwindliche Macht verleiht.

Wie intereſſant ihm auch dieſes Geſpräch geweſen ſei, ſo hätte Morvan mit der reizenden Spanierin doch weit lieber von Liebe als von Politik geſprochen, und in dieſem Sinne ſagte er zu ihr:

Ich begreife nicht, wie dieſes Alles mit dem zuſam⸗ menhängt, was Sie mir zu ſagen haben

Ich komme ſchon zu dem, was Sie betrifft; ich habe Ihnen bereits geſagt, daß mein Vater von Karl Il. mit un⸗ begrenzter Vollmacht bekleidet iſt; nehmen Sie dieſes Wort in ſeiner ganzen Bedeutung an. Der Graf von Monterey hat das Recht nach ſeinem Gutdünken Rang und Würde zu verleihen. Ein von ihm unterzeichnetes Brevet, das Jemanden zum Ge⸗ neral und Granden von Spanien ernennt, mit einem Jahres⸗ gehalt vdn hundert Tauſend Piaſtern, ungefähr eine halbe Mil⸗ lion Ihres Geldes, würde vom König anerkannt werden. Ver⸗ ſtehen Sie mich?