die ganze Vergangenheit, die nach Ihrer Behauptung auf Ihrer Gegenwart ſo ſehr laſtet? Ein unbedeutendes Geſtändniß an
einen Mann gerichtet, den Sie nicht wiederſehen müſſen. Er⸗
lauben Sie mir zu bemerken, daß Sie die Wichtigkeit einer folgenloſen Thatſache nur mit Fleiß ſo hochanſchlagen; Sie brauchen da nur zu vergeſſen.
— Ritter, Ihre Worte beweiſen mir entweder die be⸗ klagenswerthe Meinung, die Sie von mir hegen, oder daß Sie ſich ſelber ſehr wenig achten. Wie! Sie ein Edelmann, wür⸗ den Ihren reinen Namen einem Weibe ſchenken, das einem an— dern Manne ſeine Liebe geſtanden hat!
— Aber, Fräulein—„
— Wenn dieſer Mann, fuhr das Mädchen mit Bitter⸗ keit fort, jeden Tag zurückkommen und Ihnen ein entehrendes Wort ins Geſicht ſchleudern kann!— Ach Ritter, ich ſehe daß mein Vater Recht hat, wenn er die franzöſiſche Jugend ver— achtet. Hören Sie mich nun ohne weitere Unterbrechung an! Ich, die mit anderen Ideen und anderen Grundſätzen, als welche hier zu Lande gebräuchlich ſind, erzogen wurde, ich habe geſchworen, daß ich, ſo lange dieſer Boucanier auf der Welt ſein wird, ſo lange es auf der Erde einen Mann gibt, vor dem ich zu erröthen habe, die Huldigung keines Mannes annehmen, und mit meiner verdienten Schande, mit meinem Schmerz allein bleiben werde.
Dieſe mit würdevoller Energie ausgeſprochenen Worte brachten auf Morvan einen außerordentlichen Eindruck hervor.
— Sie haben Recht, Fräulein, dntwortete er nach kur⸗ zem Stillſchweigen. Die Freude zu erfahren, daß die Schranken, die mich von Ihnen trennen, nicht unüberſteiglich ſeien, daß der Fehler, deſſen ſie ſich in ſo edler Weiſe anklagen, die von mei⸗ ner Verzweiflung geträumte Grenze nicht erreicht habe, alles dies hat meine Augen über die Größe des Schimpfes, der Ih⸗
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