Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
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öffnen, deſſen Inhalt, eine gerechte Züchtigung für meinen Fehler, mir unbarmherzig im Gedächtniß blieb. Der Bandit ſchrieb mir Folgendes:Liebes Kind, ich bin auf den Sieg, den ich über Dich davon getragen habe, über Dich, Du hoch⸗ müthiges Mädchen, weit ſtolzer als auf alle meine Siege über Deine Landsleute. Wenigſtens hat Dein Herz ſich vertheidigt. Wenn ich gegen die Weiber nicht eine grenzenloſe Verachtung hegte, ſo hätte ich faſt die Laune Dich zu lieben. Du biſt ſehr artig und drollig! Wenn man in Deiner Gegenwart von uns

Boucaniern Böſes ſprechen wird, ſo wirſt Du unſere Verthei⸗

digung übernehmen: Du weißt, daß wir beſſer ſind als unſer Ruſ. Sei nicht böſe auf mich, weil ich Dich nicht zur Gelieb⸗ ten haben wollte; Du hätteſt mich ermüdet, und mir binnen vierundzwanzig Stunden mißfallen, während ich heute von Dir eine angenehme Erinnerung mitnehme. Adien!

Durch den Ausdruck, mit welchem Nativa den Inhalt dieſes Briefes wiederholte und betonte, begriff Morvan die tiefe Wunde, welche der ſtolzen Tochter des Grafen von Monterey geſchlagen worden ſei, und welche noch blutete.

Uebrigens konnte der junge Mann nicht umhin ſich ſehr zu freuen. Nativa's Gewiſſensbiſſe bewieſen ihm, wie zart ihre Gefühle waren. Und gab ihm nicht das Mitleid, das ſie für einen Abenteurer gehegt hat, indem ſie ſich zu deſſen Rettung berufen glaubte, ein Recht zu der ſchönſten Hoffnung?

Nativa, die nun wieder zu ſprechen begann, entriß ihn ſeinen Gedanken.

Sie werden nün begreifen, Herr Ritter, daß ich auf die Liebe eines Mannes von Herz kein Recht habe.

Nein! tauſendmal nein, mein Fräulein, auf Ihnen haftet keine Schuld. Man müßte eben ſo ungerecht als grau⸗ ſam und finnlos ſein, wollte man Sie in dieſer Sache anklagen. Sie waren nur das Spielzeug Ihrer Großmuth; und was iſt