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und ich brauchte heute nicht die Qual einer ſchmachvollen und unerbittlichen Erinnerung von mir abzuwehren.
Nativa konnte ſich bei dieſen letzten Worten nicht ent⸗ halten zu ſeufzen; jedoch bald überwand ſie ihre Bewegung, und fuhr ruhiger geworden in ihrer Erzählung fort:
— Der Chef der Boucanier, die uns beſiegt hatten, war gewiß der außerordentlichſte Menſch, den man ſich vorſtellen kann. Er bezeugte mir mit ausgezeichneter Lebensart und Höf⸗ lichkeit all jene zarten Aufmerkſamkeiten, an die man ſich nur durch langjährigen Umgang mit der beſten Geſellſchaft gewöhnt. Gefeſſelt von ſeiner Ehrerbietung, und dankbar für die Sorg⸗ falt, die er meinem Vater gegenüber an den Tag legte, ant⸗ wortete ich ihm gern, wenn er mich anredete. Um Ihnen mei⸗ nem Verſprechen gemäß alles zu geſtehen, muß ich Ihnen ſagen, daß meine Einbildungskraft von dem außerordentlichen Weſen dieſes Mannes bezaubert war; ich ahnte ein Geheimniß in ſei⸗ ner Vergangenheit, das meine Neugierde aufs Höchſte erregte; meine Gedanken beſchäftigten ſich mit ihm.
„Was ſoll ich Ihnen weiter ſagen! Dieſer Elende, der mit hölliſchem Geiſt und einer Liſt ohne Gleichen begabt iſt, verſtand es, ohne ſich von der Ehrerbietung, die er mir immer bewies, zu entfernen, mir ſeine Liebe zu geſtehen; dieſer Mann muß, wie mein Beichtvater mir verſichert hat, von einer ge⸗ heimen böſen Macht unterſtützt geweſen ſein. Denn ich wies ihn nicht zurück! Er gab mir zu verſtehen, daß er von einem großen Hauſe, und durch einen Familienverdruß genöthigt wor⸗ den ſei, ſich in ein abenteuerliches Leben zu ſtürzen; aber ſeine Liebe zu mir hätte ihm die Augen geöffnet, er ſehe ſeine Ge⸗ ſunkenheit ein und beklage die Fehler ſeiner Vergangenheit, er werde nunmehr alle ſeine Kräfte anſtrengen, um die Irrthümer ſeiner Jugend durch Reue und durch ein edles Beſtreben aus⸗ zulöſchen. Er malte mir dann ſeine neue Zukunft mit ſo leb⸗


