— Vor einem Jahre begab ich mich mit meinem Vater von Carthagena nach St.⸗Domingo, als wir von den Bouca⸗ niern der Inſel Tortue angegriffen wurden. La Conception, ſo hieß unſer Schiff, hatte zwanzig Kanonen und ſechzig Ma⸗
troſen an Bord, commandirt wurde das Schiff von einem der
tapferſten und erfahrenſten Kapitäne der königlich ſpaniſchen Marine. Die Flibuſtier waren ihrer achtzehn und fuhren in einem Boot, das an allen Seiten leck war. Der Ausgang die⸗ ſes Kampfes ſchien ſo wenig zweifelhaft, daß unſer Kapitän, als er die Tollkühnheit unſerer Gegner ſah, vor allem an die heilige Jungfrau ein Dankgebet richtete. In dieſem tollen An⸗ griff ſah er nichts weiter als die Gelegenheit, einige der für unſere Nation ſo fürchterlichen Räuber ohne Gefahr zu vernich⸗ ten. Das ſchwache Boot der Flibuſtier war kaum einige Schritte von der Conception entfernt, als unſer Kapitän auf ſie feuern ließ. Unſere erſten Schüſſe bohrten ihr Fahrzeug in den Grund.
— Und ſie gingen alle zu Grunde! unterbrach Morvan.
— Eine halbe Stunde ſpäter, fuhr Nativa erbleichend fort, hatten die Boucanier, nachdem ſie ſchwimmend auf unſer
Schiff gelangt waren und zwei Drittel unſerer Mannſchaft ge⸗
tödtet hatten, uns in ihrer Gewalt. — Aber das iſt ja wunderbar, unmöglich!
— Sie müſſen wiſſen, Herr Ritter, daß den Boucaniern nichts unmöglich iſt, als das Gute. Jeden Tag führen Sie deß⸗ gleichen aus, was ich Ihnen erzählt habe, und was Sie für wunderbar halten. Ich fahre fort. Mein Vater, der ſich wäh⸗ rend des Kampfes tapfer benommen hatte, erhielt am Ende des⸗ ſelben eine ſchwere Wunde und ſank bewußtlos in einen Haufen von Leichen. Armer Vater! Warum war er nicht lieber bei mir geblieben! Wenn er den Sieg der Boucanier geſehen hätte, ſo hätte er mir ohne Zaudern den Dolch in die Bruſt geſtoßen,
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