Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
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barſchen Freimuth, den ich Ihnen jetzt beweiſe, Ihr Vertrauen; vielleicht werden mich die Schrecken Ihrer Erzählung von der unſinnigen und ſchmachvollen Liebe, die mich quält, heilen. Ich glaube, es ſei nicht nöthig Ihnen zu betheuern, daß ich ver⸗ ſchwiegen ſein werde; ich begreife, daß man ein geliebtes Weib, von dem man getäuſcht wurde, tödten, aber nicht daß man ſie entehren kann.

Morvan machte eine Pauſe, und ſprach dann mit dumpfer zitternder Stimme weiter:

Wie heißt Ihr Geliebter, Fräulein?

Nativa, die dem jungen Manne bis dahin kalt und un⸗ beweglich zugehört hatte, bebte jetzt vor Zorn, ihr Auge fun⸗ kelte, und ein lebhaftes Roth bedeckte ihre Wangen.

Ritter, entgegnete ſie mit ſtolzem und verachtungs⸗ vollem Blick, haben alſo die Edelleute Ihrer Nation wirklich, wie mein Vater behauptet, ſo wenig Zartgefühl, daß ſie die Entehrung nur dann erkennen, wenn ſie den niedrigſten Grad der Entſittlichung erreicht hat? Sie fragen, wie mein Gelieb⸗ ter heiße; Sie glauben alſo, daß ich es wagen würde, mit dem Grafen von Monterey unter einem Dache zu leben und den Blick meines Vaters zu ertragen, wenn ich die Ehre unſeres Hauſes durch einen unverbeſſerlichen Fehlttitt befleckt hätte?

Dieſe mit ergreifender Entrüſtung und überzeugender Aufrichtigkeit ausgeſprochenen Worte machten auf Morvan einen unerhörten Eindruck, und gaben ſeinen Gefühlen eine plötzliche Wendung.

So ſind Sie doch der Liebe eines rechtlichen Mannes würdig? rief er mit ausgelaſſener Freude.

Ich habe Sie beim Beginn unſerer Unterredung ge⸗ beten mich nicht zu unterbrechen. Ich wiederhole meine Bitte.

Die reizende Spanierin ſchwieg eine Weile um ſich zu ſammeln und fuhr dann mit gewiſſer Feierlichkeit fort: