Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
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einer Empfindung, daß ihm beinahe das Herz zerſpringen wollte.

Ich habe Sie gebeten mich nicht zu unterbrechen, entgegnete Nativa, und blickte den unglücklichen jungen Mann, der bei der eben gemachten Entdeckung beinahe das Bewußtſein verlor, mit unverhohlenem Mitleid an.

Ein Unbetheiligter, der dieſer Scene beigewohnt hätte, wäre bei den Leiden des jungen Mannes nicht unempfindlich ge blieben; der Unglückliche ſah Mitleid erregend aus. Der Streich, der ihn jetzt getroffen hatte, war auch ſo unvorhergeſehen, daß er ihm die ſchmerzlichſte Wunde ſchlug.

Wenn er eben niedergeſchlagen war, hatte Morvan Na⸗ tiva's Liebe für ihn zwar zuweilen bezweifelt; aber niemals wäre er auf die Vermuthung gekommen, daß ein Hinderniß aus der Vergangenheit der reizenden Spanierin ſich hemmend zwi⸗ ſchen ſeine und ihre Exiſtenz ſtellen könnte. Ein ſolcher Ver dacht hätte ihm eine abſcheuliche Entweihung geſchienen. Und plötzlich geſteht ihm dieſes junge Mädchen, das er über die ganze Menſchheit geſtellt hatte, kalt und ruhig, daß ſie ein gefallener Engel ſei; daß ſie auf die Liebe eines rechtſchaffenen Mannes kein Recht mehr habe, daß ſie ſeiner Liebe unwürdig ſei!

Zu dieſer niederſchlagenden Entdeckung geſellte ſich für Morvan noch das peinliche Gefühl der Eiferſucht.

Einige Secunden erlitt Morvan ſo große Qualen, daß er ſich vor nahendem Wahnſinn fürchtete; aber endlich gelangte er, Dank jener plötzlichen und geheimnißvollen Reſignation, die gerade oft mit dem größten Schmerz kommt, wieder zur Beſin⸗ nung, und beſchloß mit der grauſamen Wolluſt der Menſchen, die ſich verloren ſehen, ſeine Wunde zu erweitern und den Kelch der Bitterkeit bis auf den Grund zu leeren.

Fräulein, ſprach er zu Nativa, ich beſchwöre Sie vor keiner Demüthigung zurückzubeben, und mir Ihre Vergangen⸗ heit aufrichtig zu erzählen. Vielleicht verdiene ich durch den

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