Teil eines Werkes 
2. Band (1854)
Entstehung
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Es iſt unnütz, Fräulein, daß Sie Ihr Geſtändniß wiederholen. Verderben Sie die unſchätzbare Offenheit, die Sie mir bewieſen haben, nicht durch eine großmüthige Lüge. Was kann ich mehr erfahren als Sie mir ſchon geſagt haben? Nichts! Ausgenommen, Sie geben mir Ihren Haß zu erkennen. Brechen wir ab davon!

Morvan ſchwieg einen Augenblick ſtill, dann wandte er ſich auf's Neue an die reizende Spanierin, und ſprach mit ängſt⸗ licher Ungeduld:

Nun, erklären Sie ſich doch, Fräulein. Sagten Sie nicht, daß Sie mit mir zu ſprechen haben? Ich höre!

Herr Ritter, ſprach Nativa geſammelt und mit ernſter Miene, ich bitte Sie, die Erklärung, die ich Ihnen jetzt geben werde, anzuhören ohne daß Sie mich unterbrechen. Dieſe für

mich peinliche Erklärung wird Ihnen wenigſtens ein Beweis ſein, welche beſondere Hochachtung ich für den Adel Ihres Cha⸗ rakters hege, und wie ſehr ich Ihnen für den meinem Vater und mir geleiſteten Dienſt dankbar bin. Wenn meine Sprache Sie in Erſtaunen ſetzt, ſo erinnere ich Sie, daß wir ſpaniſchen Frauen nicht zur Lüge erzogen werden, und daß wir es für unſere Pflicht halten bei den wichtigen Umſtänden unſers Le⸗ bens und in Gegenwart eines rechtlichen Mannes unſere Gedan⸗ ken frei und ohne Rückhalt auszudrücken.

Nach dieſer Art von Einleitung, durch welche Morvans Neugierde auf's Höchſte geſpannt wurde, machte Nativa eine kleine Pauſe und fuhr dann mit bewegter Stimme fort:

Möge ſich weder Ihr Herz noch Ihr Stolz beleidigt fühlen, weil ich Ihnen geſagt habe, daß ich für Sie keine Liebe fühle. Ich beſchwöre Sie, auf die Bedeutung meiner Worte wohl zu merken! ich habe auf die Liebe eines rechtſchaf⸗ fenen Mannes kein Recht mehr, ich bin deren unwürdig...

Fräulein, was ſagen Sie da? rief Morvan mit

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