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ledigt! Und wer weiß, ob Ihre Gleichgiltigkeit nicht ein Glück für mich iſt? Ich hätte mich unnützerweiſe für Sie in's Ver⸗ derben geſtürzt. Sehen Sie, Nativa, der Streich war hart, aber ich danke Ihnen dafür. Ich habe Ihnen das Leben ge⸗ rettet, und Sie haben mich zu Verſtand gebracht; wir ſind quitt! Wollen Sie nicht, daß wir ein Glas Liqueur und etwas Obſt nehmen? Wir werden von gleichgiltigen Dingen plau⸗ dern, von den letzten Moden oder von Hofneuigkeiten.
Morvan's Ausſehen erregte Mitleid; indem er ſich an⸗ ſtrengte ruhig zu erſcheinen und ſeine Verzweiflung zu unter⸗ drücken, vermehrte er ſeine Leiden. Einen Augenblick fürchtete er den Verſtand zu verlieren. Vielleicht wird der Leſer meinen, dem jungen Mann habe es an Kraft und Charakter gefehlt; es ſei uns jedoch erlaubt zu bemerken, daß Morvan noch niemals geliebt worden, daß Nativa's Erſcheinen in ſeiner öden Ein— ſamkeit für ihn die berauſchende Offenbarung einer dunkel ge⸗ träumten Welt, daß endlich ſeine Leidenſchaft für die reizende Spanierin durch die Opfer, die er ihr gebracht, ſeitdem bedeu⸗ tend vermehrt worden war: und ſo wird man es denn begreifen, daß der Ausbruch dieſer ſtarken und ſo lange verſchloſſen geblie⸗ benen Natur ſo heftig war, daß er beinahe an Wahnſinn grenzte.
Die erzwungene Gleichgiltigkeit und vorgebliche Heiter⸗ keit des unglücklichen jungen Mannes dauerte indeß nur kurze Zeit. Erdrückt, überwunden von einem Schmerz, der über ſeine Kräfte ging, konnte er ſich bald der Seufzer nicht erwehren und ſagte mit gebrochener Stimme:
— Meine Aufopferung mit ſolchem Verrath zu belohnen! Ach, das iſt ſchauderhaft! Ich glaube an nichts mehr!
— Ritter, erwiderte ihm darauf Nativa mit beſonderer Sanftmuth, der Aerger macht Sie ungerecht. Ich bitte Sie, mich anzuhören, denn ich wünſchte nicht, daß Sie von mir eine Meinung mitnehmen, die ich nicht verdiene.*
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