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Der junge Mann, der vor dem Tiſche ſaß, auf welchem der unberührte Imbiß ſtand, erhob ſich bei dieſen Worten und ging bewegt auf und ab; bald aber ſchien er ſich zu faſſen und blieb vor Nativa ſtehen.
— Fräulein, ſagte er mit ſchmerzhaft erregter Stimme, wenn es ſich blos um meinen Tod handelte, ſo würde ich mich ohne Klage opfern: nicht ein Laut ſollte mein Leiden verrathen. Aber die Qualen die ich leide, haben einen ſolchen Grad erreicht, daß ich ſie nicht länger ſtillſchweigend ertragen kann. Vergeben Sie mir, was ich jetzt ſagen werde; aber ich will, daß dieſe Unterredung über mein Schickſal entſcheide.
Morvan hielt einen Augenblick inne: doch ſeine ſichtliche Bewegung verrieth den Sturm, der in ihm vorging, und ſein Schweigen war der beredteſte Ausdruck der vielfachen Gefühle, die in ihm auf einmal tobten. Nativa wartete, kalt und unbe⸗ weglich wie eine Statue.
— Fräulein, fuhr Morvan mit losbrechender Heftigkeit fort, lieben Sie mich?
— YNein! antwortete Nativa ruhig, welche durch dieſe Frage des jungen Mannes weder erſtaunt noch entrüſtet ſchien.
— Ach, Sie lieben mich nicht, ſagte Morvan mit von Thränen erſtickter Stimme; alſo keine Liebe, ſei es! fügte er hinzu gleich dem Ertrinkenden, der ſich an einen ſchwimmenden Balken anklammert; empfinden Sie aber für mich nicht wenig⸗ ſtens wahre Freundſchaft?
— Weder Freundſchaft noch Liebe! Sie haben meinem Vater und mir das Leben gerettet; ich bin Ihnen dankbar, das iſt Alles!
— Gut! mir iſt dieſe Offenheit lieber als Heuchelei und Lüge, ſagte Morvan, indem er ſich unbefangen zu lächeln zwang; er merkte aber nicht, daß ihm große Thränen über die Wangen rollten. Ich fühle mich frei, die Frage iſt klar er⸗


