ehe er zugäbe, daß ein Franzoſe die Schwelle ſeines Hauſes übertrete.
— Und warum das, Fräulein?
— Weil, ich bedaure es ausſprechen zu müſſen, aber ich muß Ihnen die Wahrheit geſtehen, weil mein Vater gegen Ihre
Nation einen tiefen Abſcheu, einen unüberwindlichen Haß hegt.
Obwohl Morvan in ſeinen Träumen von der Zukunft es niemals gewagt hatte, die Kluft zu überſpringen, welche ihn von Nativa trennte, ſo lebte doch Dank ſeinem Jugendmuth, in ſei— nem Herzen eine entfernte Hoffnung; dieſe Antwort der jungen Spanierin, die nun neue Schranken zwiſchen ihm und ihr erhob, verurſachte ihm daher eine peinliche Empfindung.
— Wie konnte ſich alſo, ſprach er entmuthigt, der Graf
von Monterey dazu entſchließen, mit ſolchen Geſinnungen nach Frankreich zu kommen?
— Der Haß meines Vaters iſt in dieſem Augenblick wenn nicht eingeſchläfert, doch beherrſcht durch die Ausführung eines Planes, den er mit aller Energie ſeiner Rechtſchaffenheit und ſei⸗ ner Entrüſtung anſtrebt.
— Und dieſer Plan ſoll mir ohne Zweifel unbekannt blei— ben?— Was bin ich auch für Sie? fügte Morvan nach kurzem Sillſchweigen traurig hinzu. Ein Unbekannter, den der Zufall Ihnen in den Weg geſchleudert hat, ein armer Teufel, den Sie aus Mitleid beſchäftigen wollen, aber den Sie mit Zorn von ſich weiſen würden, ſobald er es wagte um Ihr Vertrauen zu bitten.
— Sie ſind ungerecht, Herr Ritter, antwortete Nativa kalt. Beweiſt Ihnen meine Anweſenheit an dieſem Orte nicht mein grenzenloſes Vertrauen zu Ihrer Loyalität?
— Ein ſchönes Vertrauen das! ſagte Morvan mit Bit⸗ terkeit; ein ſchönes Vertrauen in der That, welches höchſtens be⸗ weiſt, daß Sie mich nicht für einen elenden niederträchtigen Menſchen halten.
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