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— Wie! Sie wagen es ſich mir unter einem Namen vor⸗ zuſtellen, der nicht der Ihrige iſt?
— Ich habe in meinem Leben ſo viel gewagt, Mon⸗ ſeigneur, und das Glück hat meine Kühnheit immer ſo ſehr be⸗ günſtigt, daß ich jetzt Alles thue, was mir anſtändig oder ge⸗ fällig iſt.
— Gut! heißen Sie meinetwegen Legoff, ſagte Pont⸗ chartrain, der während Mathurin ſprach, den Brief aufs Neue überlas. In der That thut der Name nichts zur Sache. Sie ſind alſo einer von jenen famöſen Boucaniern oder Flibuſtiern der Antillen, von denen man ſo viel Aufhebens gemacht hat?
— Ja, Monſeigneur, ich bin ihr Oberhaupt.
— Ihr Oberhaupt, ſagen Sie! entgegnete Pontchar⸗ train, der ſich nicht enthalten konnte Legoff mit der größten Neugierde zu betrachten; aber ich glaubte, daß dieſe Leute kein Oberhaupt oder vielmehr deren hundert haben.
— Es iſt wahr, daß die Boucanier bei ihren gewöhn⸗ lichen Expeditionen wen ſie wollen zum Befehlshaber wählen; jedoch über allen dieſen zufälligen Befehlshabern ſteht eine ge⸗ heime permanente Macht, deren Autorität ſich über das ganze Meer der Antillen erſtreckt. Ich brauche nur den Finger zu er⸗ heben und ein Wort auszuſprechen, ſo ſtehen mir binnen acht Tagen zehn Tauſend Mann zu Gebote.
— Ich habe es alſo in Ihnen mit einer kleinen Macht zu thun! ſagte Pontchartrain halb ernſthaft halb ſpöttiſch.
— Ja, Monſeigneur, eine Macht mit der andern, ant⸗ wortete Legoff, der ſogleich einen Stuhl nahm und ſich Pont⸗ chartrain gegenüberſetzte.
Ein kurzes Stillſchweigen folgte hierauf.
Legoff war mit ſeiner ruhigen Miene, mit dem feſtblicken⸗ den und leuchtenden Auge, mit ſeiner ſichern faſt gebieteriſchen Haltung nicht mehr die Perſon mit dem nichtsſagenden gut⸗
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