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D'Aubigné, der durch ſeine Unverſchämtheit und endloſen Forderungen ſeine Schweſter ſehr beläſtigte, war gewiß unter allen Höflingen derjenige, der ſich beim Reden am wenigſten in Acht nahm. Die Kühnheit ſeiner Vorſchläge reſpectirte ſogar die königliche Majeſtät nicht. Wüthend darüber, daß er nicht den Marſchallſtab von Frankreich erhalten, hatte er es— ein damals unerhörtes Verbrechen— ſogar gewagt, ſich öffentlich in der Gallerie von Verſailles darüber zu beklagen, was er eine Rück⸗ ſichtsloſigkeit gegen ſein Recht nannte.„Ich begreife nicht, ſagte er bei jener Gelegenheit, daß der König mich, ſeinen leib— lichen Schwager, nicht ernannt und den Marſchallſtab Vivonne gegeben hat, gegen den er doch nur vorübergehende Verpflich⸗ tungen hatte.“
D'Aubigné war, weil er Vieles ungeſtraft wagen durfte, und beſonders weil er ſo eyniſch war, am Hofe wenn auch nicht ſehr beliebt, doch wenigſtens ſehr gefürchtet. Die Miniſter ſelbſt gaben ſich mit ihm ab, obſchon ſie ſeinen Charakter gar nicht zu ſchätzen vorgaben, und ſtellten ſich zuweilen um ihn nicht zu reizen, als ob ſie's mit ihm ernſt meinten. Die Fügſamkeit, mit welcher er Mathurin's gebieteriſches Wort aufnahm, war daher eine völlig neue Thatſache, und hätte, wäre ſie bekannt geworden, in Verſailles großes Aufſehen gemacht.
— Lieber Graf, fuhr Mathurin nach längerem Schwei⸗ gen fort, vielleicht wird Pontchartrain die Größe der Plane, die ich ihm vorſchlagen will, nicht begreifen. Man hat nicht inmer das Glück einem Schulfuchs von Genie, wie Colbert, zu begegnen. Ich muß Sie daher, damit Sie Ihre Maßregeln im Voraus treffen können, benachrichtigen, daß Sie, wenn meine Pläne an der Schwachköpfigkeit oder Kleinlichkeit des Staats⸗ ſeeretärs einem unüberwünderlichen Hinderniß begegnen wür⸗


