Teil eines Werkes 
1. Band (1854)
Entstehung
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X.

Während Morvan trunken von Liebe und Freude zu ſeinem Rendezvous eilt, bitten wir den Leſer um Erlaubniß in unſerer Erzählung um vierundzwanzig Stunden zurückzugehen. Einen Tag bevor Alain auf dem Pont⸗Neuf ſo ſeltſame Abenteuer er⸗

lebte, hielt eine Kutſche, die zwar nicht mit einem Wappen ge⸗

ſchmückt war, noch von einem Kutſcher in Livrée geführt wurde, beim Anbruch der Nacht vor einem kleinen Hauſe der Rue Bé⸗ thiſy, nicht weit vom ehemaligen Hotel des Admirals Coligny.

Ein kleiner unterſetzter Mann ſtieg oder ſprang vielmehr aus der Kutſche, und klopfte am Thor des gothiſchen Hauſes.

Dieſer Mann, der ungefähr fünfzig Jahre alt zu ſein ſchien, war nach der letzten Mode gekleidet: er trug einen mit Schnüren und Federbuſch geſchmückten Hut, einen galonirten Rock, weite Halbärmel, eine kurze Weſte, Degenknopf und Quaſte, und die Kravate à la Steinkerque, gewirkte Strümpfe und ſpaniſche Beinkleider.

Der Ritter von Morvan wäre gewiß hundertmal vor dem Unbekannten vorübergegangen, ohne an Mathurin zu denken, und doch war dieſer Mann niemand anderer als unſer alter Freund, der Roßkamm.

Kaum hatte Mathurin den Hammer fallen laſſen, ſo er— ſchien ein Lakai in prächtiger Livrée.

— Melde dem Herrn Grafen den Baron Legoff.

— Der Herr Baron ſollten früher fragen, ob der Herr Graf zu ſprechen ſei, antwortete der Diener mit einer affektirten Höflichkeit, die an Frechheit ſtreifte.

Mathurin runzelte ein wenig die Stirne, nahm den Be⸗ dienten ohne ein Wort zu ſagen bei der Kravate, und ſchleuderte ihn drei Schritte von ſich.

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