Teil eines Werkes 
1. Band (1854)
Entstehung
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wenn ich ſchuldig bin.— Sieh, ſo wahr ich Alain heiße, fuhr er nach einer kleinen Pauſe mit Inbrunſt fort, laß mich im Au⸗ genblick ſterben, wenn ich nicht geglaubt habe, daß Du mir dieſen Buhot ſchickſt.

Alain hielt nach dieſem ſchauerlichen Gelöbniß ſprachlos inne. Da er aber ſah, daß ihn kein Blitz niederſchlug, ſo erhob er ſich freudig, und murmelte:

— Ich wußte ja recht gut, daß ich den Befehlen meiner guten Patronin gehorche. Was ich doch ein Narr war, die ganze Nacht ſo zu verzweifeln!

Alain fühlte, als er die Kirche verließ, ſein Gewiſſen völlig unbelaſtet, und hatte alle ſeine Ruhe und Kaltblütigkeit wieder erlangt. Jetzt ſtand er auch nicht mehr an, nach dem Weg zu fragen. Als er im Gaſthof anlangte, fand er Morvan in außerordentlicher Aufregung.

— Herr Ritter, ſagte er, läſtert nicht mehr, und ſeid ohne Sorgen. Hier ſind die zwanzig Thaler, die Ihr benöthigt. Ich bitte Euch nur, fuhr Alain fort, indem er in dem Staunen des jungen Mannes ſah, daß er mit zahlloſen Fragen bedroht ſei, ich bitte Euch nur mich nichts zu fragen. Ich habe nichts Schlechtes verübt, um mir dieſes Geld zu verſchaffen. Ich habe es mir ausgeliehen, und Ihr werdet es zahlen.

Morvan verſuchte es trotz Alains Bitten ihm die Geſchichte ſeiner Abenteuer zu entlocken. Aber der Bretagner verharrte halsſtarrig bei ſeinem Schweigen.

— Pah! ſagte Alain, als er den Ritter gegen zwei Uhr ganz freudig ausgehen ſah, um ſich zu dem Stelldichein mit Nativa bei Renard zu begeben, ich muß geſtehen, daß ich ein ſchönes Vieh war, indem ich mich die ganze Nacht ſo ſehr mit Gewiſſensbiſſen abquälte. Uebrigens iſt ja dieſer Buhot nur

ein Franzoſe!