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Die wenigen Secunden welche dieſem ſchauderhaften Zu⸗ fall folgten, waren feierlich. Morvan, der im erſten Augenblick über den Entſchluß, den er faſſen ſollte, zu zweifeln ſchien, warf ſeinen Mantel ab, und ſprang, ehe ſein Diener oder der Roß⸗ kamm daran denken konnten, ihn zurückzuhalten, ins Waſſer.
— Tauſend Donner, rief Mathurin, indem ihn die bis dahin bewieſene Kaltblütigkeit zum erſten mal verließ, das iſt nicht Edelmuth, das iſt Wahnſinn.
Schon legte der Roßkamm, indem er ſich das Unglück, deſ⸗ ſen unwillkührlicher Urheber er ohne Zweifel war, vorwarf, in aller Eile die Kleider ab, um wahrſcheinlich dieſelbe Thorheit zu begehen, die er eben verdammt hatte, als er ſah, wie der Ritter mit der linken Hand den Fremden an den Haaren haltend, mit der rechten ein Seil erfaßte, das vom Schiffe niederhing.
— Courage, mein Sohn, rief er ihm zu, indem er ihm ſein Ruder hinreichte, Courage, Ihr ſeid gerettet.
In der That hatte der Ritter das dargebotene Ruder mit ſeltener Geiſtesgegenwart erfaßt, und bald befand er ſich mit dem Unbekannten, der ihm nun das Leben verdankte, im Boot; doch der letztere hatte das Bewußtſein verloren.
Dieſe Scene hatte kaum fünf Minuten gedauert.
— Friſch auf, rief der Roßkamm, rudern wir mit aller Macht, und trachten wir ans Ufer zu kommen, ehe der Sturm losbricht.
Alle dieſe Ereigniſſe waren ſo ſchnell aufeinander gefolgt, daß Morvan noch nicht einmal das Geſicht Nativa's geſehen hatte; als er aber ſpäter bei größerer Ruhe das Mädchen, das leblos zu ſeinen Füßen lag, betrachtete, entſchlüpfte ihm ein Ausruf der Bewunderung und des Erſtaunens.
Bei dieſem Ausruf zuckte der Roßkamm Mathurin die Ach⸗ ſeln mit dem Ausdruck der Verachtung und des Zornes, und ſtützte ſich auf ſein Ruder mit ſolcher Gewalt, daß es ſich bog.


