Teil eines Werkes 
1. Band (1854)
Entstehung
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Toſen der Brandung übertönte, in den Lüften hören ließ, der Ton glich dem fernen erſtickten Gebrülle eines wüthenden Löwen. Der junge Mann erblaßte ein wenig und ging, ſich die Lippen faſt blutig beißend, mit kurzen haſtigen Schritten in ſeinem Gemach auf und nieder.

So oft er vor einem Paar reich verzierter, in Manns⸗ höhe an der Wand aufgehängter Piſtolen vorüberging, blieb er ſtehen und betrachtete ſie einen Augenblick, ehe er ſeine Pro⸗ menade fortſetzte; man konnte es an ſeinen zuſammengezogenen Augenbrauen ſehen, daß er über Gedanken von Gewaltthätig⸗ keit brütete.

Endlich ſchien er einen Entſchluß zu faſſen, er öffnete die Thüre des Gemaches, welche nach einer ſchmalen hölzernen wurm⸗ ſtichigen Treppe ging, und rief mit wolklingender Stimme, die ſeine Neigung zum Herrſchen verrieth, zweimal den Namen: Alain.

Faſt in demſelben Augenblick erzitterte die Treppe unter dem Druck zwei ſchwerer Holzſchuhe, und Alain, der Diener Louis de Morvan's trat ein. Der Diener, ungefähr im Alter ſeines Herrn, war im ſtrengſten Sinne des Wortes ein Bre⸗ tagner. Klein, unterſetzt, muskulös, außerordentlich vernach läſſigt in der Kleidung wie er war, hätte man ihn für einen Kelten gehalten, der nach einem zweitauſendjährigen Traum ſeine Höhle verließ. Gleichwol lüpfte er, in das Gemach tre⸗ tend, ein wenig die Kopfbedeckung und ſchien wie ein wohl⸗ geſchulter Diener zu warten, daß de Morvan ihn zuerſt anrede.

Iſt die Barke bereit in See zu gehen? fragte ihn endlich der Letztere.

Wenn Ihr befehlt, ſo wird ſie es vor einer Stunde ſein, verſetzte Alain, indem er ſich verlegen hinterm Ohr kratzte, aber ich möchte gern glauben, daß Ihr Euch derſelben heute nicht bedienen werdet

Und warum ſollte ich es nicht, Herr Alain?