Teil eines Werkes 
1. Band (1854)
Entstehung
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ſehen können. Sah man ihm aber aufmerkſam in's Auge, ſo konnte dem Beobachter ein Ausdruck von Falſchheit, oder beſſer Liſt, oder um recht genau zu ſein, von Klugheit nicht entgehen.

Sicher floß in den Adern dieſes jungen Mannes bre⸗ tagniſches, normänniſches Blut. Seine von einem ziemlich dichten, ſchwarzen, zurückgeſtrichenen Schnurrbart bedeckte Ober⸗ lippe war lebhaft roth, und hob die wunderbare Weiße einer doppelten Reihe kleiner eng nebeneinander ſtehender Zähne noch mehr hervor. Sein Wuchs er war ungefähr fünf Schuh, drei Zoll hoch war wol nicht ſo zierlich ſchlank, wie es am Hofe beliebt iſt, trug aber das Gepräge von außerordentlicher Kraft; übrigens ermangelte die Erſcheinung dieſes jungen Mannes, trotz ſeiner breiten, etwas erhobenen Schultern, trotz der erwähnten Hagerkeit ſeiner Gliedmaßen und trotzdem er zu⸗ weilen das Haupt nachdenklich vorwärts neigte, weder des Adels noch der Anmuth. Dieſer junge Mann, wir ſtellen den Helden unſerer Geſchichte ohne den geringſten dramatiſchen Flitter dem Leſer vor, nannte ſich Ritter Louis de Morvan.

Es war am Anfang des Monats Juni gegen fünf Uhr Nachmittags; es war den ganzen Tag außerordentlich warm geweſen, und die ſchwere mit Elektrizität geladene Luft pro⸗ fezeite ein nahendes Gewitter.

Bald ließ ſich ein vom Echo vielfach wiederholter Donner⸗ ſchlag hören, gleich dem Krachen der Kanonen, und prallte von Felſen an Felſen.

Louis de Morvan ſtrich, gleich als wollte er einen un willkommenen Gedanken verſcheuchen, mehrmals mit der Hand über die Stirne, und begab ſich, nachdem er ſich lebhaft von ſeinem Sitze erhoben hatte, zu dem Fenſter, das nach dem Meer hinausging.

Kaum hatte er ſich auf den groben Balken, der als Bruſtwehr diente, geſtützt, als ſich ein ſeltſamer Lärm, der das

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