Teil eines Werkes 
1. Band (1854)
Entstehung
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Ich will nichts weiter ſagen, denn die maßloſe Grauſam keit, mit welcher ſie ſich gegen die Schiffbrüchigen betrugen, bietet zu ſcheußliche Einzelnheiten, als daß unſere Feder ſich dabei aufhalten könnte. Niemals waren ſie barmherzig gegen das Unglück, und Menſchen, welche die Woge ihnen lebendig

zugetragen hatte, warfen ſie ſtets als Leichen wieder in's Meer.

Der Anblick von der Küſte Penmarks ſtimmt mit dem Charakter der Bewohner vollkommen überein. Die Einbildungs⸗ kraft könnte ſich, ohne die Grenzen der Möglichkeit zu über⸗ ſchreiten, kein wilderes, düſtereres Land vorſtellen.

Ueberall Felſen, unfruchtbare Gegend, ſchäumende Wellen; auf der Landſeite düſtere troſtloſe Steppen.

Jetzt wollen wir in das kleine Bauernhaus treten, deſſen ich am Anfang dieſes Kapitels erwähnt habe.

Zu ebner Erde befanden ſich eine Küche nebſt Waſchhaus, und im erſten Stockwerk war ein Schlafzimmer und ein Salon.

Das Wort Salon iſt vielleicht nicht geeignet, um das eine der beiden Gemächer, welche das erſte und einzige Stock⸗ werk des einſamen Hauſes ausmachten, zu bezeichnen; wir ge⸗ brauchen es nur aus Mangel an einem andern Ausdruck.

In dieſem äußerſt dürftig eingerichteten Gemach ſaß ein junger Mann, nachdenkend, das Haupt zurückgelehnt, in einem großen Armſeſſel vor einem eichenen Tiſch, der mit bunt unter⸗ einander liegenden Landkarten bedeckt war.

Dieſer junge Mann, der zwei bis fünf und zwanzig Jahre alt ſein mochte, hatte nicht jenes weibiſche, blaſſe, zarte Ausſehen, das in den Salons ſo ſehr geſchätzt wird; ſein vom Wetter gebräuntes knochiges Geſicht, mehr viereckig als oval, zeigte vielmehr eine ſeltene Energie; dichtes ſchwarzes Haar fiel über ſeine mehr breite als hohe Stirne; ſeine ſchwarzen ausdrucksvollen Augen mußten, man ſah es ihnen an, den An⸗ blick eines Feindes oder die Gegenwart einer Gefahr ruhig an⸗

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