Teil eines Werkes 
1. Band (1854)
Entstehung
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Ort, wo ich mich befand, und alles, was in dem engen und fin⸗ ſtern Leſecabinet um mich her vorging, vergaß.

Dieſer Louis de Morvan, von dem in den meiſten Briefen die Rede war, welche mein Vater und mein Großoheim, der Mar⸗ quis de Caduſch und der Admiral Bruir, die beiden Schwäger, einander geſchrieben, war gerade diejenige Perſon, die meine Neu⸗ gierde ſo lebhaft erregt, und mich veranlaßt hatte die Geſchichte der Flibuſtier zu ſchreiben.

Der Fund der Madame Cardinal ſchien mir aus dieſem Grunde ſo wunderbar, ſo außerordentlich, daß ich mich nicht entſchließen konnte daran zu glauben.

Die Nacht war hereingebrochen, als ich noch an eine Etagere gelehnt ſtand und las. Vier volle Stunden hatte ich in dieſer Stellung geleſen und drei Bände mit gierigem Auge ver⸗ ſchlungen, als die Dame des Hauſes mich aufmerkſam machte, es ſei für mich Zeit zum Diner zu gehen.

Feſt umſchloß ich die ſo glücklich gefundenen Bände, und fragte Madame Cardinal, um welchen Preis ſie mir dieſelben geben wolle, ſagte ihr aber ehrlich, daß dieſes in Holland er ſchienene Werk, wie der Verfaſſer in der Vorrede bemerkt, nur in hundert Exemplaren gedruckt worden ſei, und deßhalb weit theu⸗ rer bezahlt werden müſſe, als alle ſeine zeitgenöſſiſchen Romane.

Die Bücher der Madame Cardinal ſind ihre Kinder. Ihre Antwort auf meinen am unrechten Ort angebrachten Vorſchlag war voll Stolz und Entrüſtung.

Nachdem ich mich jedoch entſchuldigt hatte, vergaß die Frau, welche die Güte ſelbſt iſt, ihren gerechten Zorn und ant⸗ wortete mir lächelnd:

Fürchten Sie nichts, mein Herr, und wenn wunder⸗ barerweiſe noch Jemand nach dieſem Buche verlangen ſollte, ſo verſpreche ich Ihnen es vor drei Jahren keinem andern Menſchen

zu leihen.

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