begonnen, das Ihre Aufmerkſamkeit lebhaft feſſelt, das, wie es einem oft paſſirt, an den intereſſanteſten Stellen unterbro⸗ chen iſt, und deſſen endliche Entwickelung Sie nothwendiger⸗ weiſe kennen müſſen.
— So iſt es.
— Nun gut, ſo bleibt Ihnen nur ein Ausweg aus Ih⸗ rer Verlegenheit. Gehen Sie zu der Witwe Cardinal. Wenn Sie bei ihr nicht finden, was Sie ſuchen, ſo können Sie jeder Hoffnung Lebewohl ſagen.
Der Rath des Herrn v. N.. war gut, ich ſäumte nicht, ihn zu befolgen.
Es gibt wol kein einziges Mitglied des gelehrten oder literariſchen Paris, das nicht Madame Cardinal und ihr ſchau⸗ derhaftes kleines Leſekabinet Rue Canettes⸗Saint⸗Sulpice kennt. Madame Cardinal hat, Gott möge es ihr verzeihen, drei Vier⸗ tel unſerer heutigen Feuilletoniſten zu dem gemacht, was ſie ſind; ein lebendiger und unerſchöpflicher Katalog aller Pro⸗ ducte der Preſſe, liefert ſie denen, welche ſie ſuchen, Ideen, und ſie erkennt dabei die Anlagen, den Geiſt und das Temperament derjenigen, welche alte, völlig unbekannte Romane ſuchen, die
geeignet ſind, wieder aufgefriſcht zu werden, mit dem feinſten unfehlbarſten Takt. Ihr anfangs ſo unſcheinbares kleines Leſe⸗ kabinet hat nach und nach das ganze Haus eingenommen, und iſt nicht mehr und nicht weniger geworden, als die erſte Biblio⸗ thek von Paris. Man ſieht alſo, daß das Geſchlecht der Feuille⸗ toniſten überflüſſig mit Stoff zur Ausbeute verſehen iſt, und ſich noch lange zu erhalten droht. Madame Cardinal ſchüttelte bei den erſten Worten, die ich an ſie richtete, das Hanpt mit einigem Aerger.
— Ich habe das Werk nicht, welches Sie ſuchen, ſagte ſie, und zweifle ſogar ſehr, ob es exiſtirt. Das thut übrigens
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