Teil eines Werkes 
2. Theil (1821)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

129

Muth! das iſt bald geſagt. Herr Martin glich in dieſem Augenblicke den Lenten, die dem Kranken, waͤhrend der heftigſten Schmerzen, eine baldige Geneſung wuͤnſchen. Wos liegt daran, ob ein Verſprechen mit kaltem Stvicismus oder mit geruͤhrtem üͤberſließenden Herzen erfuͤllt werde? Wenn es nur erfullt wird.

Stanislaus hatte anfangs ſeine geliebte Paula nur einen Augenblick ſprechen, und dann Herrn Martin, den er liebte und ehrte, gehorchen wollen. Jetzt waren Stunden verfloſſen, ihre Hand hatte faſt beſtaͤndig in der ſeinigen geruht, ihr Athem ſich gemiſcht; Stanislaus hatte mehr er⸗ halten, als er ſich getraͤumt, und doch konnte er ſich nicht von Paula trennen; ſo wirkt die ſuͤße Ge⸗ wohnheit des Gluͤckes!

Herr Martin ſprach von neuem und mit dem Ernſie, welchen er in der Regel bei wichtigen Gele⸗ genheiten zu gebrauchen pſtegte. Sophie entzog ihre Lilienhand dem Geliebten, trat um einige kleine Schritte zuruͤck, weinte und warf ſich in einen Stuhl, Stanislaus lag zu ihren Fuͤßen.

Bertrand fuͤhlte die Schmerzen ſeiner Kin⸗ der, Herr von Polmont und Cognard waren ebenfalls geruͤhrt.„Stanislaus, wenn Sie Ihre „Ehre lieben, ſo hoffe ich, Sie werden jetzt reiſen,

I. 691