Teil eines Werkes 
2. Theil (1821)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

130

„ſprach Herr Martin. Sind die Fürſten deshalb „an die Spitze der Nationen geſtellt, um die Un⸗ „terthanen ihre Schwachheiten blicken zu laſſen? „Wollen Sie blos den ererbten Namen zur Schau „tragen, ſtatt ihn durch glaͤnzende Tugenden, wie „Ihr braver Vater, zu verherrlichen?“

Das war alles ſehr richtig, allein fuͤr Sta⸗ nislaus hatte ein glaͤnzender Name in dieſem Augenblicke am wenigſten großen Reiz, auch glaubte er nicht, daß die Ehre darin beſtehe, eine Geliebte verlaſſen zu muͤſſen. Er hielt den Saum von Paulas Kleide in ſeiner Hand, er druͤckte ihn an ſeine Lippen, und es ſchien unmoͤglich, ihn davon zu trennen.„Sehen Sie, junger Mann, wie Ihr Maͤd⸗ „chen leidet; haben Sie Mitleiden mit ihrer Lage! „Iſt es Ihnen gleichguͤltig, ſie in Schmerzen zu „wiſſen, waͤhrend Sie noch einen glücklichen Augen⸗ „blick erhaſchen wollen? Lieben Sie ſie nicht mehr?“

Dieſe Worte machten einen furchterlichen Ein⸗ druck.„Nein, ich lebe nur fuͤr ſie, und nur fuͤr „ſie will ich mich aufopfern“— Er reißt ſich los, ſpringt auf und füuͤrzt hinaus. Von London, von London aus!(rief Sophie ſchluchzend) wirſt Du uns ſchreiben! Sie ſtreckte ihre Arme noch ein⸗ mal nach dem Geliebten aus, welcher bereits ihren Blicken entſchwunden war.