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Herr Martin kehrt um,— richtig, hier iſt No. 60.— er laͤutet, man oͤffnet, er tritt hinein. Er gruͤßte Madam Delatre ſehr ehrerbietig und ſie dankte mit einem kleinen Nicken des Kopfes. Der Ruͤckgrad ſchien die Gelenkigkeit bereits verlo⸗ ren zu haben. Herr Martin hat den Auftrag er⸗ halten, der Tante vielfaͤltig angenehmes von der lieben Nichte zu berichten, und er ſelbſt ſchaͤtzt ſich ſehr gluͤcklich, bei dieſer Gelegenheit die Ehre ihrer Bekanntſchaft zu machen Madam giebt ein Zei⸗ chen— und eine alte Frau ruͤckt Herrn Martin einen Lehnſtuhl. Alles iſt altvateriſch zu St. Ger⸗ main, die Stadt, die Einwohner, man will ſogar behaupten, daß die Kinder bereits mit Runzeln auf die Welt kommen.
— Von welcher Niece belieben Sie zu ſpre⸗ chen? ich habe deren zwei.—„Von der Inhaberin „des Tuchlagers in der Rue St. Honoré.“— Ach, von Madam Griſel.—„Richtig von Madam „Griſel.“— Ich bin ihr recht zugethan, es iſt eine huͤbſche und verſtaͤndige Frau.—„Madam ha⸗ „ben ſehr Recht und ihr Gemahl iſt der beſte Mann „von der Welt, ſie fuͤhren eine ſehr gluͤckliche Ehe.“
Das Geſpraͤch fuͤhrt auf das ruhige ſtille Le⸗ ben zu St. Germain, auf die Whiſt⸗ und Boſton⸗ parthien der Madam Delatre, welche bis ſpaͤt


