Teil eines Werkes 
1. Theil (1821)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

161

ſtaͤnden nach langem Bitten, mit Anſtand weichen, iſt eine Art von Koketterie, welche den etwas be⸗ tagten Damen eigen iſt. Der Contredanz endigte, und der Fuͤrſt war nicht wenig erſtaunt, ſeine Da⸗ me an der Hand eines jungen Taͤnzers nach ihrem Platze flattern zu ſehen. Er betrachtete ſie verſtoh⸗ len, Locken verſteckten die Runzeln, der gelbe Teint war bei Licht weiß, und die Schminke faͤrbte, dick aufgetragen, ihre Wangen. Eine kuͤnſtliche Blume welche ohngefaͤhr einer aufgebluͤhten Roſe nachkom⸗ men will.

Der junge Herr verließ ſie nicht, er mußte ihr Suͤßigkeiten ſagen, denn ſie hörte ihm wohlgefaͤllig zu. Ich glaube ihn zu errathen, ein junger Narr der ſich ruinirt hat, und der durch eine alte Dame ſeine Kaſſe wieder zu fuͤllen gedenkt. Er verdient ſein Geld redlich, zumal wenn er jemals Gelegen⸗ heit haben ſollte, ſeine Dame in einem aͤhnlichen Zuſtande zu ſehen, als ich dieſelbe in Pontviſe an⸗ getroffen habe. Iſt das Herz nicht im Spiele, ſo dauern ſolche Unterredungen nicht gar lange, und ich werde folglich auch an die Reihe kommen. un⸗ terdeſſen will ich mir die Damen muſtern.

Hier tanzt eine allerliebſte Dame, aber nicht um zu tanzen, nein, um durch ihren Tanz Bewun⸗ derer zu erwecken. Sie wuͤrde ohne Ausdruck blei⸗