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welchet bei der Abfahrt von St. Germain bereits das Seinige zu ſich genommen, uͤberließ ſich gleich nach der Ankunft zu Acheres aufs neue einem tie⸗ fen Schlafe, ob er gleich die urſach vieler ſchlafloſen Naͤchte war. Nichts ſchien ihn zu beunruhigen, er hatte hart an der Hausmauer eine
ſteinerne Bank bemerkt und ſich dieſelbe ſogleich
zur Ruheſtaͤtte erkoren. Aber iſt das ein Aufſehen! Eine Eauipage, deren Eigenthuͤmer dem Anſehen nach einige Ausgaben nicht zu ſcheuen verſpricht, ſetzt den ganzen Gaſthof zum muthigen Hahn in Bewegung. Der Wirth in einer Nanquinjacke, wei⸗ ßen Nachtmuͤtze, tie Wirthin im nieblich gefalteten Haͤubchen, ſchwarzen Schuͤrzchen und ſo wohlbe⸗ leibt, daß ihr Zuſtand deutlich bewies, daß der Mann trotz der Nachtmuͤtze nicht immer ſchlafe, der Stalliunge mit der Hengabel auf der Schulter, die Magd, welche ſich nicht einmal die Zeit ge⸗ nommen, ein Geſchirr, das ich nicht nennen mag⸗ an den rechten Platz zu ſtellen, alle liefen vor die
Thuͤre und gruͤßten tief, bis zur Erde. Herr Mar⸗
tin dankte fein und artig, ſprach aber kein Wort. Roſalie(ſo dachte er) iſt eine kleine Plauderin, ſie will die Gelegenheit ein wenig zu ſchwatzen und ihre Bekanntſchaft mit dem Herrn der Eguipage
bemerkbar zu machen, ſich nicht gern entwiſchen
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