Teil eines Werkes 
19. bis 21. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 4. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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ſtrahlten von Jugend und Geſundheit, ſie waren ſchön wie Amor, und ihre Liebe war ebenſo feſt: jeder Blick, jede ihrer Bewegungen, jedes ihrer Worte verrieth ihre Unge⸗ duld. Ehrfurchtsvoll, zuvorkommend, gegen ihre Eltern gehorſam, liebten ſie dieſelben ſo ſehr, als ihnen eine hef⸗ tige und ausſchließliche Leidenſchaft nur immer geſtattete. Den Sommer über hatten ſie kein regelmäßiges Zuſam⸗ mentreffen, außer Sonntags auf der Wieſe, wo ſich alle Bewohner verſammelten, und wo ſie jene Beiſpiele von reiner und geduldiger Liebe, die man in der Schweiz ſo häufig antrifft, vor Augen hatten. Der Winter nöthigte uns unſre Grabſcheite niederzulegen, nun wurden die Tage entweder in unſerm Salon oder in unſerm Arbeitszimmer zugebracht; da befanden ſie ſich denn immer unter unſern Augen, und wir waren deshalb ziemlich ruhig.

Indeſſen, nachdem ich in den Hauswirthſchaften von Etampes bei großen Herren, bei Biſchöfen und Köni⸗ gen La Mouche geweſen war, ſpielte ich jetzt dieſe Rolle bei unſern Kindern; ein kluger Vater muß Alles vorher⸗ ſehen können, denn das, was nur irgendwie möglich, er⸗ eignet ſich zuweilen. Sie hatten nicht eine Neigung,

nicht ein Gefühl, welches mir entgangen wäre; die Un⸗

ſchuld und Reinheit ihres Gemüthes trat ſelbſt bei ihren geringſten Handlungen an den Tag: ich verglich ſie mit jenen Roſenknospen, welche noch nicht die Kraft haben ihren Kelch zu ſprengen und ſich halb zu erſchließen. Manchmal überraſchte ich auch bei ihnen eine fliegende Röthe, feurige Seufzer und eine unbeſtimmte und verzeh⸗