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der Wieſe wiederholten ſich ſchon ſeit zwei Monaten jeden Sonntag, und wir hatten ſie noch nicht dorthin geführt;. wir ſchlugen ihnen vor hinzugehen, um ihre Talente dort 1 glänzen zu laſſen. Mit welchem Enthuſiasmus wurde die⸗ 3 ſer Vorſchlag aufgenommen! Antvinette erfaßte meine Hand, Anton zog ſeine Mutter vom Spinnrade fort, Ma⸗ rianne ſang, Abdonn ſchlug den Takt dazu und wir hatten ſo jetzt ſchon einen improvifirten Ball: ſie wollten, wie ſie ſagten, für den nächſten Sonntag Probe halten.
O, am Sonntage entwickelten ſie ihre Tälente und ihre Anmuth! Sie entzückten die Zuſchauer, und Jeder ſagte: „Welch' ein ſchönes Ehepaar wird das werden!“— „Wir werden uns in vier Jahren heirathen!“ rief Anton aus, und ſeine Augen funkelten dabei. Antvinette ſenkte die ihrigen, aber ſie hob ſie wieder, wenn ſie mit Anton tanzte, und ſie tanzte nur mit dieſem.
Es liegt im Weſen des Menſchen, immer und immer 3 zu wünſchen; dieHitze ſeines Blutes theilt ſich ſeiner her⸗ 14 umſchweifenden und wandelbaren Einbildungskraft mit; das Heute iſt für ihn Nichts, er wünſcht das Morgen her⸗ bei, und beſchuldigt die Zeit fortwährend der Langſamkeit: ſpäter freilich erſtaunt er über die Blitzesſchnelligkeit, mit* der ſechszig Jahre verfloſſen ſind.
Der von mir und André feſigeſetzte Zeitpunkt, dieſer Zeitpunkt, welcher von unſern Kindern ſo heiß herbeige⸗ ſehnt wurde, rückte endlich heran. Sechs Monate nur
noch, und ihre Wünſche ſollten in Erfüllung gehen; ſie


